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Gesundheitsthemen, die in die anderen Kategorien nicht passen.

Beitrag » 14.12.2013 12:09

Hallo Shanks,

erfahrungsgem√§√ü kann ein niedrig dosiertes, testweise auf die schuppigen Hautl√§sionen aufgetragenes Vitamin D-√Ėl die Hautver√§nderungen manchmal minimieren.

Sollte es sich tats√§chlich um eine sebhorroische Dermatitis handeln, gibt es in der Regel eine starke Korrelation zwischen dem sog. Cathelicidin (v.a. LL-37) - einem Peptid bzw. Abwehrmolek√ľl in der Haut, welches gegen pathogene Mikroben wirkt - und dem Dermatophyten M. furfur. Allerdings hat dieses Peptid noch viele, viele weitere Funktionen, die sich erst langsam erschlie√üen. √úbrigens wirkt Cathelicidin auch gegen C. albicans, welcher in der "Erfahrungsheilkunde" h√§ufig mit (chronischen) Hautproblemen in Verbindung gebracht wird.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte Cathelicidin in der Psoriasis-Forschung: Aus bislang ungekl√§rten Gr√ľnden tritt in den psoriatischen L√§sionen die zellul√§re DNA vom Zellkern in das Cytoplasma aus. Cathelecidin ist nun dazu imstande, die ausgetretene DNA zu binden und das Inflammosom AIM2 zu hemmen - was sich extrem anti-entz√ľndlich auswirkt. Nun ist Cathelicidin nicht nur in menschlicher Haut nachweisbar, sondern auch bei anderen S√§ugetieren. Die Cathlecidine des Rindes unterscheiden sich hierbei signifikant von denen der anderen S√§ugetiere. Das sogenannte Indolicin des Rindes ist ein stark tryptophanreiches Peptid - neben dem Vitamin D/Lactose-Komplex also ein weiterer m√∂glicher Inkompatibilit√§tsfaktor, der zu Problemen mit bovinen Proteinen f√ľhren kann.

Nun gibt es einen Stoff, welcher die Cathelicidin-Expression in der Haut durch Bindung an seinen "Rezeptor" erh√∂ht - und zwar das Vitamin D. Und ebendieses Vitamin D ist bei den meisten Patienten mit Hautkrankheiten stark erniedrigt. Es gibt eine wissenschaftliche Grundlage f√ľr den Gedanken, dass Stresshormone sowohl die Synthese, als auch die Aktivierung von Vitamin D herabsetzen k√∂nnen. √úbrigens verf√ľgt die Haut √ľber ein eigenes Stressbew√§ltigungs- und Hormonproduktionssystem, welches meiner Meinung nach aber starke Verkn√ľpfungspunkte mit dem Immunsystem des Darms und dem Hypothalamus hat.

Gr√ľ√üe

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Ian
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Beitrag » 14.12.2013 19:35

Herzlich Willkommen im Forum, Kollege! Es wurde auch h√∂chste Zeit, dass sich meine grauen Gehirnzellen wieder mit deinen komplexen Beitr√§gen konfrontieren m√ľssen.. ;)
"When people start thinking about the things in their life that can be changed, they are exercising aspects of their organism that had been atrophied by being in an authoritarian culture. Authoritarians talk about protocols, but the only valid protocol would be something like perceive, think, act." - Ray Peat
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Daniel
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Beitrag » 16.12.2013 00:57

Herzlich willkommen, Ian! :)
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Beitrag » 16.12.2013 11:15

Vielen Dank ;).
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Ian
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Beitrag » 05.01.2014 19:33

Ian hat geschrieben:Nun gibt es einen Stoff, welcher die Cathelicidin-Expression in der Haut durch Bindung an seinen "Rezeptor" erh√∂ht - und zwar das Vitamin D. Und ebendieses Vitamin D ist bei den meisten Patienten mit Hautkrankheiten stark erniedrigt. Es gibt eine wissenschaftliche Grundlage f√ľr den Gedanken, dass Stresshormone sowohl die Synthese, als auch die Aktivierung von Vitamin D herabsetzen k√∂nnen. √úbrigens verf√ľgt die Haut √ľber ein eigenes Stressbew√§ltigungs- und Hormonproduktionssystem, welches meiner Meinung nach aber starke Verkn√ľpfungspunkte mit dem Immunsystem des Darms und dem Hypothalamus hat.


Danke Ian, f√ľr deine Ausf√ľhrungen.
Ich werde dann doch mal eine Vitamin D Supplementation in Betracht ziehen. Die Frage ist wie hoch sollte die Einnahme dann sein?

Welche Hormone mit Stresshormone meinst du denn genau? Die √ľblichen "Verd√§chtigen"? √Ėstrogene, Prolaktin, etc..?

Das Haut und Darm zusammenhängt hab ich auch schon selbst erlebt und zwar durch Einnahme von Hefetabletten (weiß leider nicht mehr genau den Namen). Das Erscheinungsbild hat sich dadurch deutlich gebessert.
Shanks
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Beitrag » 05.01.2014 20:23

Ja, wobei ich mich vor allem auf Glucocorticoide bezogen haben. Da Muttermilch extrem Ca¬≤+-reich ist, reguliert Prolaktin den Calcitriol-Spiegel (also das aktive Vitamin D, auch bekannt als Vitamin D-Hormon) in der Standard-Physiologie eher herauf. Aber auch der Abbau der endg√ľltigen Vitamin D3-Variante reguliert die Spiegel (neben vielen weiteren Hormonen und Substanzen).
Es gibt nicht nur eine Stresshormonachse vom Hypothalamus hinab zu den Nebennieren, sondern auch in die Haut. Wahrscheinlich behindern Stresshormone auch dort die Umwandlung von 7-Dehydrocholesterin in Cholechalciferol. Bei Krankheiten wie Psoriasis findet sich in der Haut jedenfalls mehr Serotonin und im Stuhl mehr Hefen wie C. albicans. Die Remission l√§sst sich durch Anti-Pilz-Mittel verbessern bzw. die Einnahme von Fr√ľchten, Tomaten, Karotten, welche ancheinend Endotoxin verringern.
Grundsätzlich weiß man, dass (im Sinne der Medizin) supraphysiologische Thyroxin-Gaben Psoriasis zur Remission bringen und Prolaktin-Hemmer ebenfalls ansonsten therapieresistente Psoriasis verbessern.

Ich meinte eigentlich eher eine topische Vitamin D-Anwendung. Manche haben damit (nach punktuellen Ausprobieren) ziemliche Erfolge erzielt, also einfach testweise eine Stelle mit einem Vitamin D-√Ėl auf MCT-Basis eingerieben. Auf keinen Fall auf der Basis von Oliven√∂l, M. furfur st√∂rt anscheinend den Metabolismus der Fetts√§uren in einer Art und Weise, dass √Ėls√§ure verschlimmernd wirken kann. Und man muss einfach sagen (auch in einem RP-Forum ;)), dass Milch bei sebhorroischer Dermatitis meistens (erstmal) ein Problem ist.

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Ian
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Beitrag » 05.01.2014 22:00

Ah ok danke. dann probiers topisch.
Wie meinst du das mit Milch?
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Beitrag » 06.01.2014 11:09

Eine häufige Erfahrung ist die, dass Trinkmilch Hauterkrankungen wie Psoriasis und sebhorroische Dermatitis erstmal verschlimmert. Aber keine Sorge: in vielen Fällen geht es dann später wieder.
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Ian
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Beitrag » 06.01.2014 15:11

Ian,
hast Du eine Ahnung woran das liegen könnte? Hängt es mit der Laktose bzw. den Enzymen zusammen (die erst nach und nach gebildet werden)?
Gr√ľ√üe, David.

einer der besten artikel √ľber pufa (polyunsaturated fatty acids)
https://www.westonaprice.org/health-topics/know-your-fats/precious-yet-perilous/
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Tcrazyjam
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Beitrag » 06.01.2014 21:45

Milch ist unter ern√§hrungsphysiologischen Gesichtspunkten ein extrem komplexes Produkt, weil es immun- und hormonaktive Bestandteile enth√§lt, die nicht zu 100% kompatibel mit dem menschlichen Stoffwechsel sind und nicht in allen F√§llen durch den FPE der Leber eliminiert werden - √Ėstrogen-Metaboliten kommen offensichtlich durch. Gerade bei einem langsamen Stoffwechsel mit entsprechend schlechter Darmflora und Enzymt√§tigkeit kann es zu Problemen kommen. Die zum Teil bessere Vertr√§glichkeit weiter verarbeiteter - oft fermentierter(!) - Milchprodukte zeigt, wie komplex das Thema mit der Darmflora zusammenh√§ngt. In den meisten F√§llen f√ľhren bestimmte Proteine wahrscheinlich durch das "leaky gut" zu Entz√ľndungsreaktionen. In solchen F√§llen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch Lactose Probleme bereitet; Lactose ist vor allem ein Calcium-Transporteur. Es gibt eine inverse Korrelation zwischen Vitamin D3 und Lactose. Je mehr Lactose eine Muttermilch (verschiedener Tierarten) enth√§lt, umso weniger Vitamin D3 ist enthalten. Der k√ľnstliche Zusatz bringt dann eventuell das Fass zum √úberlaufen.

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Beitrag » 02.02.2014 16:28

@Ian kurz noch zur Anwendung Vitamin-D topisch.

In einem anderen Forum wurde vermerkt, dass bei sowas darauf zu achten ist, dass man die hautaktive Form von Vitamin D hat:

S√§mtliche Vitamin D - Formen m√ľssen vorher in Leber/Nieren zur der wirklich aktiven Form Calcitriol [1,25(OH)2D3] verstoffwechselt werden.
Einzig Calcitriol /naturidentisch und Calcipotriol/k√ľnstlich hergestellt (beide rezeptpflichtig) sind als Topical hautaktiv



Meint ihr das man vll. vom Hautarzt ein Rezept daf√ľr bekommt?
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Beitrag » 02.02.2014 18:42

@Shanks: Vitamin D ist ein sehr komplexes Thema. Auch als "inaktiv" bezeichnete Formen können physiologisch wirksam werden und an den "Rezeptoren" binden. Zwar sind sie weniger potent, sie lassen dem Körper auf diese Weise aber auch größere Regulationsspielräume offen. Das "Vitamin D-Hormon" selbst ist nicht nur am aktivsten, sondern auch am gefährlichen (in Überdosierung toxisch, v.a. liegt die Gefahr von "Verkalkungen" hoch). Gerade die Vitamin D-Versorgung der Haut wird aber sehr komplex reguliert, weil es sich um das größte endokrine Organ handelt.
Neben der Wirksamkeit "inaktiver" Vitamin D-Formen spielt aber noch ein zweiter Aspekt eine Rolle. Die Anwesenheit von Calcitriol-Vorstufen verändert das Produktions- und Aktivierungssystem vieler weiterer "Haut-Hormone" - und kann wahrscheinlich auch auf diese Weise indirekt wirksam werden und das Stress-System der Haut etwas herunterfahren, sodass Vitamin D eine höhere Wirksamkeit entfalten kann. Gleichzeitig ist die Haut an die meisten etwaigen Vorstufen besser gewöhnt und bekommt keine so krasse Überdosierung.
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Beitrag » 02.02.2014 18:55

Momentan zeichnet sich aber eine weitere gute Variante mit einer ähnlichen Schnittstelle ab, die ohne externe Hormone (oder deren Vorstufen) auskommt. Vielleicht lässt sich der "Entdecker" ja zu einem Posting motivieren ;).
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Ian
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Beitrag » 03.02.2014 20:34

Okay, jetzt hast du mich neugierig gemacht, Ian! :D
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Beitrag » 04.02.2014 01:16

Jetzt sind zwar meine Finger 2cm k√ľrzer, aber hiern kleiner Text :) -> viewtopic.php?f=95&t=11587&p=66216#p66216

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