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Eigene Erfahrungsberichte, zu Ray Peat's Ideen und darĂĽber hinaus.

nofap

Beitrag » 27.10.2014 10:31

Generell, aber verstärkt in letzter Zeit, wird hier im Forum auf wissenschaftliche Evidenz geachtet.

Das, was ich jetzt präsentiere basiert eher auf Erfahrungsberichten, wenn auch nicht in Absolution. Denn es ist durch Studien erwiesen, dass eine Änderung eines hormonellen Parameters – zumindest Anfangs – stattfindet. (Testosteron [1] [2])
Kurzum: es geht um Masturbation, als auch um sexuelles Verhalten im Generellen.

Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich mit Akne zu kämpfen. Trotz Ernährungsumstellungen bin ich sie immernoch nicht komplett losgeworden, und so suche ich ständig nach Lebensbereichen, die Auswirkungen auf mein Hautbild haben.
Irgendwann bin ich auf das Thema Masturbation gekommen, als auch auf den „Nofap“ Gedanken, der einen anderen Umgang mit Sexualität empfiehlt. Unsere Gesellschaft ist stark übersexualisiert, Pornographie wird als normal dargestellt, und erstmalig, (vielleicht) durch das Zeitalter der Internetpornographie induziert, treten vermehrt Fälle von erektyler Disfunktion bei sehr jungen Männern auf.

Um nicht zu stark abzuschweifen: seit Juli nun verpasse ich mir ein Pornographieverbot, versuche ich Masturbation zu meiden, und erkenne ich in einigen Lebensbereichen starke Verbesserungen. Mein Hautbild ist trotz - meiner aktuellen Lebensumständen bedingter - schlechter Ernährung deutlich besser geworden (die Wochen/Monate/Jahre zuvor wäre das undenkbar gewesen), mein Sozialverhalten hat sich deutlich verbessert (Umgang mit Anderen fällt mir deutlich leichter), mein Selbstbewusstsein hat sich enorm gesteigert, und mein Antrieb, meine Lebensmotivation hat sich ebenfalls deutlich erhöht.

Das, was ich hier schreibe klingt für Außenstehende vielleicht unglaubwürdig, und nicht jeder Mensch, der sein sexuelles Verhalten ändert, wird die selben Änderungen erfahren, aber ich glaube, das jeder Mensch, der sein sexuelles Verhalten ändert, Änderungen erfahren wird.
Den Leuten, die aus dem Team-Andro Forum kommen, ist es vielleicht nichts neues, dort gibt/gab es schon Diskussionen um nofap:
http://www.team-andro.com/phpBB3/der-te ... 91271.html

Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Habt ihr davon schonmal gehört? Mich würde eure Meinung mal interessieren. Ich für mich selbst weiß, das ich so weitermachen werde, da es meine Lebensqualität enorm steigert.

Wer sich durch Erfahrungsberichte arbeiten will, der kann das hier machen:
http://yourbrainonporn.com/what-benefit ... hey-reboot



[1] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1265 ... t=Abstract
[2] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1176 ... t=Abstract
quer
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Beitrag » 27.10.2014 12:19

Das klingt wirklich sehr interessant.

Die Seite ist allerdings etwas unübersichtlich. Könnte jemand mal die Wissenschaft dahinter erklären oder warum das wirkt? Und was genau da passiert?

LG, Chris
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Beitrag » 27.10.2014 14:50

Das Thema ist ziemlich groĂź, es dauert lange Zeit sich einzulesen, vorallem aber gibt es noch sehr viele offene Fragen, die wissenschaftlich kaum angegangen wurden.

Folgender Artikel gibt einen kleinen Einblick, inwiefern Pornographie wirkt/(wirken kann):
http://yourbrainonporn.com/doing-what-you-evolved-to-do

Interessant sind im Zusammenhang mit Pornographie ebenso folgende Studien:
http://archpsyc.jamanetwork.com/article ... id=1874574
http://www.plosone.org/article/info%3Ad ... ne.0102419
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Beitrag » 27.10.2014 20:09

Ich hab ähnliche Erfahrungen gemacht, zumindest zum Zusammenhang von übermässiger Masturbation und Verschlechterung der Akne.
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Blake
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Beitrag » 27.10.2014 23:43

Ich habe vor Jahren diesen Ansatz im aknewelt-Forum beobachtet und eigene Erfahrungen sammeln können.
Es sei soviel gesagt....ein Verzicht hatte keinerlei (körperliche) negative Auswirkungen bei mir, viel mehr kann ich mich quer anschließen.
Vor allem die Akne auf dem Rücken hat sich in Luft aufgelöst, womit ich früher meine Probleme hatte.
Ich habe zudem einen Zusammenhang zwischen sexueller Aktivität und weißen Flecken auf den Fingernägeln bei mir festgestellt. Ein entstandener körperlicher Mangel, der nach der Ejakulation entsteht, käme mir in den Sinn (Zink?)....

Hut ab allerdings vor quer und seinem Durchhaltevermögen. :nice:
Heutzutage ist es verdammt schwer, sowas durchzuziehen.

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Beitrag » 01.11.2014 11:03

Durch die Aktivierung der Prolaktin-Kaskade würde ich ebenfalls auf Zink und Vitamin B6 (als funktionell eng zusammenhängende Substanzen) tippen. Hier mal ein hochinteressantes 'Paper' dazu: http://www.labor-muenchen-zentrum.de/fi ... pyrrol.pdf

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Beitrag » 02.11.2014 13:08

Interessantes "Paper", Ian.
Ein Mangel an B6 als möglicher Faktor für die Flecken ist mir neu.
Die Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis und der Unruhe kommen mir aber bekannt vor.

Ich werde den Ansatz mal weiterverfolgen und evtl. Zink und B6 supplementieren.
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Beitrag » 02.11.2014 17:28

Ja, bezogen auf die weißen Flecken hast du natürlich absolut Recht und der Zusammenhang zwischen Zinkverlust bzw. Besserung der Symptomatik unter Substiution ist ganz klar gegeben ;). Mir ging es eher um den funktionellen Zusammenhang bzw. die Komplexsymptomatik. In den Aufbau von Haut, Nägeln, Haaren (sprich Keratin) sind die B-Vitamine und speziell auch B6 sehr stark involviert. B6 selber steuert erhebliche Anteile des Aminosäurestoffwechsels. Vor allem wird ein B6-Mangel ja ganz klassischen mit sebhorroischen Zerstörungen v.a. um Mund und Nase herum in Verbindung gebracht, aber auch eine Glossitis (weiße, schuppige Zunge) kann ein wesentliches Merkmal sein. Selbst wenn man diese - wie Peat - mit einer mikrobioellen Überbesiedlung in Verbindung bringt - genau diese ist ein Faktor für eine Hypovitaminose!

Eigentlich ist B6 in so ziemlich alles involviert, was mit zu fettiger bzw. zu trockener Haut und v.a. Akne auch während der Pubertät zu tun hat. Ich wette, dass auch das mit Prolaktin (welches ja durch B6 antagonisiertwird) stark strukturverwandte Wachstumshormon Somotropin, welches ja auch physiologische Insulinresistenzen auslöst, einen erheblichen B6-Verschleiß bewirkt. Warum? Weil es nicht zuletzt extrem stark in den Aminosäurestoffwechsel eingreift (eingreifen muss, s. anabol) und daher ein erklecklicher Bedarf an B6 anfällt. Eine extrem eiweißreiche Kost erhöht hierbei nicht nur den Prolaktinspiegel, sondern kann auch zu einem funktionellen B6-Mangel führen. Prolaktin selbst senkt post-koital oder post...manual? ;-) den B6-Spiegel.

Das eigentlich Interessante ist aber, dass Östrogen den Bedarf an Vitamin B6 erhöht. Frauen, die orale Kontrazeptive nutzen, haben einen funktionellen Mangel. Einige Wissenschaftler haben sogar mal B6-Substiution im Zusammenhang mit der Pille empfohlen im Bereich von ab 10mg/tgl.

Während bei einer Hyperthyreose der Bedarf an Vitamin B6 ebenfalls erhöht ist (B6 hat ja bekanntlich die EFA-deficiency bzw. Burrs disease zur Remission gebracht), scheint bei einer Hypothyreose die effektive Nutzung problematisch zu sein. Zumindest aber können mehrfach ungesättigte Fettsäuren den Vitamin B6-Mangel covern. Das Krasse ist ja, dass Vitamin B6 bei der Burrs disease dabei behilflich ist, die Synthese von Arachidonsäure aus dem körpereigenen Gewebe voranzutreiben. Interessant ist, dass PUFAs ja via Prostaglandine Entzündungen blockieren, während Vitamin B6 Entzündungen direkt über den Histamin-Weg (DAO) blockieren kann.
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Beitrag » 02.11.2014 19:12

Ist Pyrrolurie nicht eine Pseudodiagnose, ähnliche wie Adrenal Fatigue, chronische Borreliose und "Candida"?

Der Artikel macht recht viele Behauptungen ohne jegliche Referenzangaben..
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Blake
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Beitrag » 02.11.2014 20:25

Das wissenschaftliche Potenzial wurde definitiv noch nicht zu 100% ausgereizt, was diese Thematiken angeht, auf jeden Fall :D. Das Blatt war als kurze und prägnante Zusammenschau hinsichtlich der Funktionen gedacht, aber du hast natürlich Recht, ein paar untergemischte Informationen gehen gar nicht.

Man muss diesen orthomolekularen Psychatern aber m.E. zugute halten, dass sie weit gedacht haben. Mal ehrlich, dreht sich heute bei vielen Störungen des Hirnstoffwechsels in der wissenschaftlichen Forschung nicht tatsächliches vieles um die Stoffe, die sie sich "ausgeguckt" haben? Wenn wir uns überlegen, dass B6 tatsächlich in den Lipidmetabolismus und damit in die Myelinisierung der Nerven etc. involviert ist und wenn wir berücksichtigen, dass auch Zink extrem wichtige Funktionen in diesem Zusammenhang ausübt, lagen sie doch gar nicht mal so falsch (auch gemessen an Ihrem Zeit- und Wissenskontext). Das ist so ähnlich wie diese Opiod-Sache durch beta-Casomorphine bzw. Gluten und den Einfluss auf Autismus - einem Biochemiker rollen sich auch ohne Zink-Mangel die Nägel hoch, aber dumm ist die Beobachtung nicht, ganz im Gegenteil.

Alle angesprochenen Diagnosen sind "problematisch" und fehlende Evidenz darf kein Freifahrtschein für wilde Spekulationen sein, aber ich finde, ein paar Gedanken dazu sind extrem "educated", auch wenn wirklich viel dämlicher Quatsch im Internet zu finden ist. Und man darf nicht vergessen, dass die NNR-Schwächen-Leute zu den wenigen gehören, die noch Selyes Adaptionssyndrom kennen. Da habe ich schon mit Biochemikern in der Stressforschung gesprochen, die ernsthaft gefragt haben, wer das ist.

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Beitrag » 06.09.2015 15:13

Interessant ist auch der Prolaktinspiegel va langfristig.
zB hier https://www.reddit.com/r/NoFap/comments ... levels_up/

Danny Roddy spricht ja auch davon wie hyperprolactinemia zu Haarausfall bei Frauen fĂĽhren kann, und dass die Spiegel bei seinen Klienten meist zu hoch seien.

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