Home » Pers√∂nliches » Beratung » Akne - Diskussion √ľber Ursachen


F√ľr pers√∂nliche Beratung und Fragen zu eigenen Erkrankungen.
K√ľrzlich hat Andrew Kim wieder einen sehr interessanten Beitrag √ľber Akne geschrieben (Quelle).

Den w√ľrde ich gerne zum Anlass nehmen um ein wenig √ľber die Ursachen von Akne zu diskutieren.

Nach meinem Verständnis scheint Akne nicht einen, sondern sehr viele verschiedene Auslöser zu haben. Diese verschiedenen Auslöser scheinen zum einen auf eine komplexe Weise miteinander, aber auch mit der eigenen genetischen Austattung des Menschen zu interagieren. Anders kann ich mir nicht erklären warum manche Menschen trotz Vorhandensein von fast allen Auslösern babyreine Haut haben. Die Frage ist letztendlich was wichtiger ist, die Gene oder die Umwelt. Ray Peat ist ja kein Freund des genetischen Determinismus und nimmt eher die Stellung ein, dass Krankheiten zum größten Teil umweltbedingt sind.

Was Akne-Ursachen angeht hier mal eine kleine Brainstormingliste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Dietätische Ursachen:

  1. Vitamin A Mangel (relativ oder absolut), welcher zu abnormer Verhornung und in der Folge Mitesserbildung m√ľndet (laut Andrew Kim kann eine SD-Unterfunktion zu einer geringeren Absorption von Retinol und damit einem Vitamin A Mangel f√ľhren).
  2. Zinkmangel (->f√ľhrt zu einer Dysfunktion der Immunabwehr???).
  3. Lipidperoxidation von PUFAs und anderen unges√§ttigten Molek√ľlen in der Haut (bei PUFA-Exzess und Vitamin E Mangel).

Komplex wirkende Ursachen (teilweise durch Ernährung bedingt):

  1. SD-Unterfunktion (Interaktion mit Vitamin A-Mangel???)
  2. Systemische Entz√ľndung, mit der Folge dass auch Entz√ľndungszellen in der Haut st√§rker auf Umweltreize (wie Bakterien) reagieren.
    -- Durch Toxine aus Umwelt und Ernährung
    -- bei Darmfehlbesiedelung (hohes Endotoxin),
    -- bei Allergie, wenn das Immunsystem auf irgendwelche Substanzen z.B. aus der Nahrung allergisch reagiert.
  3. Hormonelle Ver√§nderung mit Sexualhormon-Exzess (√Ėstrogen, DHEAS, Testosteron, DHT) der sich auf Talgdr√ľsen und die Verhornung auswirkt (Zyklusakne, Akne bei PCOS).
  4. IGF-1/mTor Exzess ???? (einige Forscher scheinen hier√ľber den Link zur Ern√§hrung zu sehen)
  5. Genetische Ursachen

Verhaltensbedingte Ursachen:
  1. Zerstörung des Hautschutzmantels durch zu häufiges Waschen/Waschmittel.
  2. Chronische Expostion mit toxischen bzw. komedogenen Substanzen auf der Haut (Cremes, Makeup etc).
  3. Skin picking disorder, wenn man die Akne durch dauerndes Herumdr√ľcken aufrechterh√§lt bzw. erst erzeugt.
  4. Psychischer Stress mit all seinen inneren Auswirkungen
  5. Mangel an anti-entz√ľndlich wirkenden Sonnenstrahlen evtl in Kombination mit Vitamin D Mangel.

Was sind eure Ideen und Vorstellungen zu dem Thema?

Viele Gr√ľ√üe,
Blake
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Beitrag » 27.06.2013 22:57

Zun√§chst einmal sollten wir den Begriff "Ursachen" definieren. Wollen wir hier √ľber die Ursachen des krankheitsbildes Akne diskutieren oder √ľber die Umwelteinfl√ľsse, welche die Ursachen des krankheitsbildes Akne hervorrufen?

Ersteres w√§ren die eigentlichen Ursachen, also die Fehlfunktionen des K√∂rpers, welche zu den Symptomen der Krankheit f√ľhren. Das Zweite w√§ren die Ursachen der Fehlfunktionen. Das w√§ren dann die Ursachen f√ľr die Ursachen von Akne.

Ich denke es w√§re das Sinnvollste zun√§chst einmal zu diskutieren, welche Fehlfunktionen des K√∂rpers √ľberhaupt vorliegen, bevor wir uns √ľberlegen, durch was diese Fehlfunktionen ausgel√∂st werden k√∂nnten.

Welche Fehlfunktion/en (der Haut?) liegt/liegen bei Akne vor?
Mumpitz
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Beitrag » 27.06.2013 23:57

Ja ich meinte schon mehr die Ursachen, welche dann √ľber die Fehlfunktion zur Auspr√§gung zur Krankheit f√ľhren.

Die Fehlfunktionen bei Akne (also die Endstrecke am Ende aller Ursachen) sind meiner Meinung nach:
-Talg√ľberproduktion
-Verhornung
-Komedobildung
-Entz√ľndung
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Beitrag » 28.06.2013 08:12

Wenn wir Talg√ľberproduktion (Seborrh√∂) und Horn√ľberproduktion (Hyperkeratose und/oder Parakeratose) als Ausl√∂ser f√ľr Akne hernehmen, dann k√∂nnte noch die Frage nach den Ursachen f√ľr diese Fehlfunktionen interessant sein. Um diese Frage kl√§ren zu k√∂nnen, w√§ren aber die Antworten auf folgende Fragen ebenfalls interessant:

Was ist Talg √ľberhaupt und woher kommt Talg? Wie und aus was entsteht das?
Was ist Horn √ľberhaupt und woher kommt Horn? Wie und aus was entsteht das?

Vielleicht k√∂nnen wir aus den Antworten dieser Fragen auch erste Schl√ľsse ziehen, was auftreten muss, dass jeweils eine √úberproduktion dieser Substanzen stattfindet.
Zuletzt geändert von Mumpitz am 28.06.2013 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
Mumpitz
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Beitrag » 28.06.2013 10:10

Talg ist das Produkt der Talgzellen. Dieser wird innerhalb der Zelle gebildet und die Zelle f√ľllst sich zunehmend damit selber aus. Dann stirbt die Zelle durch Apoptose und gibt dann seinen Zellinhalt (den Talg) frei.

Horn sind Epithelzellen, die sich √ľber Keratinozyten zu Korneozyten entdifferenziert haben. Ihr Ursprung sind die epidermalen Stammzellen aus dem Stratum basale. Die Korneozyten sind miteinander durch Zellkontakte verbunden und diese Kontakte l√∂sen sich erst in den obersten Schichten.

Die Ursachen liegen also entweder in den Grundzellen selbst (Talgzelle, epidermale Stammzelle bzw. Keratinozyt) oder diese Zellen werden durch Faktoren von Außen stimuliert bzw. verändert.

Als Folge dieser inneren bzw. äußeren Stimuli produzieren die Talgzellen mehr Talg, teilen sich mehr bzw. sterben häufiger, während die basalen Epithelzellen sich mehr teilen und die oberen Keratino/Korneozyten stärker aneinanderhaften.

Was glaube ich auch wichtig ist, dass dieser Vorgang nicht notwendigerweise alle Schritte beinhalten muss. Ich kann mir gut vorstellen das bei einigen Menschen mehr die verst√§rkte Verhornung das Problem ist w√§hrend bei anderen die Talgproduktion bzw. Entz√ľndung ein wichtigerer Faktor ist. Ich denke aber dass ein gewisser Grad an √úberverhornung immer bei Akne vorkommt. Denn wenn einfach mehr Talg produziert wird und dieser immer sch√∂n abflie√üen kann, k√∂nnen sich eigentlich auch keine Mitesser bilden (au√üer der Talg in sich ist so ver√§ndert dass er irgendwie in dem Talgausf√ľhrungsgang kleben bleibt).
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Beitrag » 28.06.2013 11:04

Die Zellen durchlaufen einen Prozess, an dessen Ende (programmierter Zelltod) hauptsächlich reiner Talg oder reine Hornsubstanz vorhanden sind. Was ist nun, wenn dieser Prozess gestört wird?

Gehen wir davon aus, eine Talgzelle reift heran und sammelt Lipide an. Nun fehlen im Laufe dieses Reifungsprozesses notwendige Substanzen, welche ein gesundes heranreifen erm√∂glichen w√ľrden. Irgendwann kommt es zu Mangelerscheinungen, welche zur Instabilit√§t der Zelle f√ľhren. Sie wird nicht mehr ausreichend versorgt und so kommt es zu einem vorzeitigen Zelltod (Nekrose). Die Lebensdauer der Zellen wird damit verk√ľrzt. Es sterben also deutlich mehr Zellen ab, als urspr√ľnglich vorgesehen. Der K√∂rper produziert mit jeder abgestorbenen Zelle wieder neue Zellen. Der ganze Prozess der Talgproduktion wird dadurch immens beschleunigt, weil die Lebensdauer der einzelnen Zellen verk√ľrzt ist.

Obige Theorie lie√üe sich in der Form auch auf die Epithelzellen √ľbertragen. Beobachtung: H√§ufigerer Zelltod (durch Nekrose) und/oder vermehrte Zellteilung.

W√ľrden die Zellen nicht in den programmierten Zelltod (Apoptose) √ľbergehen, sondern bereits vorher unkontrolliert absterben (Nekrose), dann sollten in Talg und Hornsubstanz Stoffe enthalten sein, wie DNA und andere Proteine, welche in gesundem Talg und Hornsubstanz in geringerem Ausma√ü enthalten sein sollten.

In wieweit gibt es Untersuchungen auf solche Stoffe in Talg und Hornsubstanz von Aknepatienten?

 Ian gef√§llt Mumpitz's Beitrag.
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Beitrag » 28.06.2013 20:20

Aus eigener Erfahrung (was auch die Beobachtung meiner Mitmenschen einschlie√üt) w√ľrde ich sagen, dass vor allem die Hormone einen gro√üen Einfluss auf Akte aus√ľben. Selbstverst√§ndlich spielen dabei wiederum Dinge wie der Vitamin A, D, E und K Status eine wesentliche Rolle. So entfalten diese Vitamine ja u.a. auch hormon√§hnliche Wirkungen. Vitamin A wird z.B. f√ľr die Synthese von Geschlechtshormonen ben√∂tigt und wirkt zugleich anti-√∂strogen. Ein Mangel w√§re als fatal.

Mit Stress, N√§hrstoffm√§ngeln (z.B. Zink, Selen, Jod), Toxinen aus der Umwelt oder in Lebensmitteln haben heutzutage beinahe alle Menschen (in der "zivilisierten" Welt bzw. in Industriestaaten) zu tun. Dennoch tritt Akne i.d.R. in der Pubert√§t auf und legt sich irgendwann wieder, obwohl N√§hrstoffm√§ngel, Stress und toxische Belastungen mit steigendem Alter (bei gleichbleibender, schlechter Ern√§hrungs- und Lebensweise) zunehmen (m√ľssten).

 tobieagle, Blake gef√§llt low-joe's Beitrag. (2 insgesamt)
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Beitrag » 03.07.2013 19:54

low-joe hat geschrieben:Aus eigener Erfahrung (was auch die Beobachtung meiner Mitmenschen einschlie√üt) w√ľrde ich sagen, dass vor allem die Hormone einen gro√üen Einfluss auf Akte aus√ľben. Selbstverst√§ndlich spielen dabei wiederum Dinge wie der Vitamin A, D, E und K Status eine wesentliche Rolle. So entfalten diese Vitamine ja u.a. auch hormon√§hnliche Wirkungen. Vitamin A wird z.B. f√ľr die Synthese von Geschlechtshormonen ben√∂tigt und wirkt zugleich anti-√∂strogen. Ein Mangel w√§re als fatal.

Mit Stress, N√§hrstoffm√§ngeln (z.B. Zink, Selen, Jod), Toxinen aus der Umwelt oder in Lebensmitteln haben heutzutage beinahe alle Menschen (in der "zivilisierten" Welt bzw. in Industriestaaten) zu tun. Dennoch tritt Akne i.d.R. in der Pubert√§t auf und legt sich irgendwann wieder, obwohl N√§hrstoffm√§ngel, Stress und toxische Belastungen mit steigendem Alter (bei gleichbleibender, schlechter Ern√§hrungs- und Lebensweise) zunehmen (m√ľssten).


Danke f√ľr deine Ausf√ľhrung. Ich kann das so nur best√§tigen, es ist einfach nicht mit den Beobachtungen vereinbar, zu sagen, Akne w√§re unabh√§ngig von individueller Pr√§disposition. Abgesehen davon, w√§re es extrem unfair allen darunter Leidenden gegen√ľber, eben Dieses zu behaupten. Die interessante Frage w√§re nun, ob Akne auch unter mehr oder weniger optimalen Bedingungen bei Menschen mit Veranlagung auftritt.

Damit einhergehend stellt sich auch die (vielleicht nicht gern gesehene) Frage ob nun Daniel und andere Ex-Leidende nun wirklich durch ihre √Ąnderung des Lebensstils ihre Akne geheilt haben. Das Problem bei der Beantwortung ist vor allen Dingen, dass die Verbesserung meist allm√§hlich von statten l√§uft und somit kein eindeutiger R√ľckschluss m√∂glich ist. Ebenso k√∂nnte sich einfach nur die √ľbliche Besserung nach einiger Zeit eingestellt haben.
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Beitrag » 03.07.2013 20:55

Ich sehe Akne ein wenig wie eine Signalerkrankung. Ein kurzes Zeitfenster in seiner Jugend, durch das man den Entz√ľndungszustand seines K√∂rpers an der Oberfl√§che sieht. Dieses Fenster wird durch die Hormone ge√∂ffnet und schlie√üt sich bei den Meisten bis zum Ende des 30. Lebensjahrs wieder. Wer in dieser Zeit eine f√ľr ihn optmale Ern√§hrung findet, welche zu keiner Akne f√ľhrt, kann hoffen, dass die Entz√ľndung nach Schluss des Fenster nicht noch weiter schwelt.

Aber wie du schon sagst, es kann auch alles Zufall, Genetik bzw. rein altersbedingt sein. Dann w√ľrde aber auch die Besch√§ftigung mit Ray Peat wenig Sinn machen.

Ich denke diese letzte Frage, ob die Dinge beeinflussbar sind oder durch irgendwelche vorherigen Bedingungen (Gene) festgelegt werden, ist viel eine persönliche Glaubenssache. Zumindest aktuell, da noch zu wenig gute Daten vorliegen hinsichtlich der Frage wie groß der Anteil von den Genen ist und wie groß der Anteil von der Umwelt.
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Beitrag » 04.07.2013 06:45

Ich glaube, dass ich mich einfach ungeschickt bzw. nicht ganz klar ausgedr√ľckt habe. Die Ern√§hrung hat einen immensen Einfluss auf Akne, das steht f√ľr mich au√üer Frage. Ich habe eure Diskussion jedoch so aufgefasst, dass ihr nach den Gr√ľnden sucht. Diesbez√ľglich sehe ich hormonelle Dysbalancen vordergr√ľndig, denen man jedoch durch eine gute Ern√§hrung weitestgehend begegnen (oder leider auch Vorschub leisten) kann. Im Laufe des Lebens kommt es unabh√§ngig von der Ern√§hrung zu hormonellen Ver√§nderungen im K√∂rper. Ein solcher Lebensabschnitt, mit gro√üen hormonellen Umstellungen, ist z.B. die Pubert√§t.

Daniel und andere Leute haben ihren guten Hautzustand ganz gewiss u.a. auch ihrer Ern√§hrungsumstellung zu verdanken. Und die Beobachtungen, dass bei sich nat√ľrlich ern√§hrenden Naturv√∂lkern Akne und andere Zivilisationskrankheiten g√§nzlich unbekannt sind, unterstreicht dieses meines Erachtens.
low-joe
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Beitrag » 04.07.2013 22:33

Ich möchte nicht abstreiten, dass manche Dinge zufallsbedingt sein können und Tobis Frage wurde mir schon öfters gestellt und ist auf jeden Fall berechtigt.

Ich habe pers√∂nlich die Erfahrung gemacht, dass mein Hautbild √ľberwiegend von meiner Ern√§hrung abh√§ngig war, m√∂chte jedoch nicht urteilen, dass es bei jedem Individuum so sein muss. Ich probierte meine Ern√§hrung - im Gegensatz zu heute - peinlichst genau einzuhalten. Ich wollte mich einfach m√∂glichst optimal ern√§hren und mir keine Patzer erlauben. Ich vermute diese Hartn√§ckigkeit hat √ľber l√§ngere Zeit (bedenkt, dass PUFA nur sehr langsam vermindert werden!) stark dazu beigetragen, dass sich gesundheitliche Probleme auf Dauer besserten. Ich habe √§hnlich wie Low-Joe die Erfahrung gemacht, dass die kleinsten Details in der Ern√§hrung gro√üe Auswirkungen hervorrufen k√∂nnen (zumindest solange man nicht gesund ist). Ich habe seit ca. 3 Jahren keine Chips (mit Ausnahme von Tortillas und Schweinekrusten) oder √Ąhnliches mehr angefasst und habe es auch nicht vor, ich vermisse es auch nicht. Ich bin √ľbrigens gerade mal 22 Jahre alt, also weit entfernt von den Ende 30 :wink:

Falls ich gezwungen wurde meine Ern√§hrung zu unterbrechen, z.B. durch Urlaub, Zivi-Schule, usw.. hatte dies schnell negative Auswirkungen auf die Haut gezeigt, welche jedoch danach innerhalb einiger Tage bis Wochen durch strenge Einhaltung der Ern√§hrung wieder verbessert werden konnten. Ich denke nicht, dass man so etwas auf "Zufall" schieben kann. Ich werde nie vergessen als ich mit meinem Vater einige Tage verreist war und ich mich in dieser Zeit √ľberwiegend von suboptimalen Lebensmittel ern√§hren musste (Sandwiches, Fast Food, Restaurant-Essen, usw.). Nach ca. 3-4 Tagen war meine Haut schlechter als mehrere Monate davor in welchen ich mich an meine Ern√§hrung hielt.

All diese Erfahrungen habe ich schon gemacht, bevor ich mich mit Peat besch√§ftigte. Meine Ern√§hrung bestand aus recht wenigen KH, die fast immer aus Kartoffeln kamen, etwas Obst und ansonsten viel ges√§ttigtes Fett (vor allem K√§se und Butter). Die Ern√§hrung war gepr√§gt von Schaub, einem Ern√§hrungswissenschaftler aus der Schweiz. Schon damals habe ich PUFA gemieden gehabt. Es war dennoch immer ein Auf und Ab, und jedesmal hatte ich das Gef√ľhl ich bin dazu verdammt f√ľr immer meine Ern√§hrung haargenau einzuhalten, da Ausnahmen zu schnell Nebeneffekte nach sich zogen, was meine Lebensqualit√§t deutlich einschr√§nkte. Erst als ich mich mit Peat besch√§ftigte und noch einige √Ąnderungen an meiner Ern√§hrung vornahm, konnte ich nach einiger Zeit (!) einen Punkt erreichen, an dem man von einer Heilung sprechen konnte. Ich vermute der regul√§re Leberkonsum hat stark dazu beigetragen und war meines Empfindens nach erforderlich gewesen, um optimale Ergebnisse zu erreichen. Von KH oder Zucker bzw. Fruchts√§ften konnte ich nie Verbesserungen (aber auch keine Verschlechterungen) sehen was die Haut angeht, vermutlich da dessen positive Wirkungen eher auf lange Sicht Auswirkungen haben. Ges√§ttigtes Fett (K√§se/Butter/Sahne) hatte mir damals am meisten geholfen, Getreide und PUFA hatten Erfolge in kurzer Zeit zu Nichte machen k√∂nnen.

Ich bin seit ca. einem Jahr geheilt und hatte in dieser Zeit fast keine Entz√ľndungen und habe meine Ern√§hrung auch meistens eingehalten gehabt. Auch die vielen Narben sind extrem abgeflacht, f√ľr Au√üenstehende ist es kaum erkennbar, dass ich mal Hautprobleme hatte. Seit 3 Monaten habe ich aus beruflichen Gr√ľnden Schwierigkeiten meine Ern√§hrung einzuhalten. Ich habe alle paar Tage Dinge wie Pizza, Wurstbr√∂tchen, D√∂ner, usw. gegessen, ohne dass dies gro√ü Auswirkungen auf meine Haut zeigte (Vor 1-2 Jahren unvorstellbar). Seit ca. 2-3 Wochen wird die Haut jedoch etwas schlechter und es bilden sich nach und nach mehr Mitesser, die sich aber (noch) nicht entz√ľnden. ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn ich wieder mehr auf meine Ern√§hrung achte (und das habe ich vor), die Haut in einigen Wochen wieder rein sein sollte. Vielleicht gen√ľgt auch schon etwas mehr Leber, welche ich in den letzten 3 Monaten nur 1-2 mal konsumierte und der Vitamin-A Vorrat daher langsam etwas aufgebraucht sein k√∂nnte.

Dennoch vermute ich, dass nicht nur die Ernährung, sondern die gesamte Lebensweise Auswirkungen auf die Haut und Hormone nehmen kann, die Ernährung scheint aber - zumindest in meinem Fall - das Wichtigste gewesen zu sein. Testosteron z.B. ist evtl. stärker von der Lebensweise und Aktivitäten abhängig, als von der Ernährung und spielt sicherlich auch eine Rolle bei Hautproblemen. Ich vermute auch, dass Gene bzw. die Ernährung der Mutter (insb. während der Schwangerschaft) eine Rolle spielen (meine Mutter hatte Akne als Teeny), jedoch ist das kein Grund zu glauben man könne nichts dagegen tun. Irgendwer von den Vorfahren muss ja auch erst mal krank geworden sein, um diese Krankheit vererben zu können und diese Krankheit ist bestimmt nicht per "Zufall" entstanden.

Ich sehe es ähnlich wie Low-Joe: In Naturvölkern, die sich von Generation zu Generation gesund/traditionell ernähren gibt es keine Zivilisationskrankheiten. Es kann allerdings mehrere Generationen an schlechter Ernährung benötigten bis Krankheiten vermehrt auftauchen. Es gibt immer weniger Naturvölker, die sich noch traditionell ernähren und gleichzeitig steigen die gesundheitlichen Probleme.

PS: Dieses Beispiel sollte auch zeigen, welchen enormen Einfluss die Ernährung haben kann.
"When people start thinking about the things in their life that can be changed, they are exercising aspects of their organism that had been atrophied by being in an authoritarian culture. Authoritarians talk about protocols, but the only valid protocol would be something like perceive, think, act." - Ray Peat
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Beitrag » 23.07.2013 14:41

Ein sehr interessantes Zitat von Peat, dass einige vielleicht noch nicht kennen:

"For several years, I had a similar need to take 100,000 i.u. daily to prevent acne and ingrown whiskers, so I read a lot about its effects. The toxic effects of extremely big doses, such as 500,000 to a million i.u., seem to be from either oxidative processes (rancidity) that are prevented by adequate vitamin E, or by antithyroid effects. I found that when my need for vitamin A began to decrease I tended to accumulate carotene in my calluses; that happens when the thyroid function is lower, reducing the need for vitamin A. Since you are eating foods with carotene, the calluses on your palms or soles should serve as an indicator of when your tissues are saturated with vitamin A. About 100 i.u. of vitamin E would help to keep the vitamin A from being wasted by oxidation, and possibly could reduce your requirement for it."

W√ľrde das nicht hei√üen, dass Menschen, die unter Akne leiden, sogar eine √§u√üerst gute Schilddr√ľsenfunktion haben k√∂nnten und daher weit aus mehr Vitamin A als der Durchschnitts-Low-Tyhroid-B√ľrger vebrauchen und ben√∂tigen, um die Haut gesund zu halten? :mhh:
"When people start thinking about the things in their life that can be changed, they are exercising aspects of their organism that had been atrophied by being in an authoritarian culture. Authoritarians talk about protocols, but the only valid protocol would be something like perceive, think, act." - Ray Peat
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Beitrag » 23.07.2013 19:30

Mit dieser Problematik habe ich mich jetzt schon sehr lange auseinander gesetzt und ich glaube das dem nicht so ist. Ansonsten w√ľrden sich ja Berichte von Spontanheilungen nach Leberverzehr in Akneforen h√§ufen. Ich glaube eher, dass es anders herum ist. Aknebetroffene fallen denk ich mal h√§ufig in die Kategorie der Leute, die untergewichtig auf Grund einer Unterfunktion sind.
Leute wie Mumpitz haben durch eine Ray Peat-inspirierte Ern√§hrung zugenommen und ihre Akne erheblich verbessern k√∂nnen ohne dabei Leber zu essen. Das Gegenteil h√§tte m√ľssen eintreten, wenn die Schilddr√ľsenfunktion vorher schon gut war.
Meine eigene Erfahrung best√§tigt das. Vor ein paar Jahren hab ich in der Woche mehrere T√ľten Chips, D√∂ner (eine wahre PUFA Bombe), fertig Pizzen, Pommes etc verdr√ľckt. Mein Gewicht ver√§nderte sich kein bisschen, meine Haut war sehr schlecht und ich war selten drau√üen in der Sonne. Es ist wohl h√∂chst unwahrscheinlich, dass meine Schilddr√ľsenfunktion damals optimal war und ich nicht genug Vitamin A bekam.

Ich vermute, dass eine Unterfunktion sich in viele Facetten manifestieren kann. Was die Ausl√∂ser f√ľr bestimmte Richtungen sind, wei√ü ich nicht. Vermutlich wird es von Faktoren im sehr fr√ľhen Alter bestimmt (wahrscheinlich sogar schon im Mutterleib).

 Daniel gef√§llt tobieagle's Beitrag.
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Beitrag » 23.07.2013 20:03

Ja das sehe ich prinzipiell genau so, da ich √§hnliche Erfahrungen gemacht habe (Untergewicht). Wobei man auch bedenken muss, dass Leute, die z.B. unter Low-Carb ihre Haut verbessern konnten auch mehr Vitamin A aufnahmen als unter High-Carb, wenn man keine Leber verzehrt hat. Auf der anderen Seite hat Leber nat√ľrlich deutlich mehr Vitamin A als andere Lebensmitteln, insofern k√∂nnte der positive Effekt auf die Haut auch an den vielen ges√§ttigten Fetten, etc. liegen.

Dennoch halte ich die angesprochene Theorie in bestimmten F√§llen f√ľr zutreffend, auch wenn es wohl eher die Ausnahme als die Regel ist. Als Peat oder Cliff 100.000 IE VItamin A ben√∂tigten war ihre Schilddr√ľsenfunktion ja gut, dennoch f√ľhrte weniger Vitamin A zu Akne. Leider ist das Thema einfach unglaublich komplex, da sehr viele Dinge eine Rolle spielen. Insbesondere Licht scheint viel Vitamin A zu verbrauchen. Peat meinte mal der durchschnittliche low-thyroid Mensch ben√∂tigt "nur" ca. 5000 IE VItamin A.

Gegen die Theorie spricht, dass ich immer weniger Vitamin A ben√∂tige (zun√§chst 2 mal Leber die Woche, dann 1 mal und jetzt ca. 1 mal im Monat oder weniger) um meine Haut rein zu halten, obwohl die Schilddr√ľsenfunktion ja besser statt schlechter werden m√ľsste. Ein Vitamin-A Supplement habe ich nicht genommen. Auf der anderen Seite hat mein K√∂rper auch immer weniger PUFA, die die Schilddr√ľse unterdr√ľcken w√ľrden. Rein theoretisch m√ľsste mein Bedarf an Vitamin A also sehr hoch sein, ist er aber seltsamerweise nicht. In der Tat ist meine Handinnenseite sogar etwas orange. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich inzwischen Vitamin A besser speichern kann und dieses effizienter genutzt werden kann und nicht so schnell ranzig wird, da Vitamin E nicht komplett f√ľr PUFA drauf gehen muss.
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Beitrag » 23.10.2013 20:01

Interessant Daniel. Ich kann mir auch vorstellen, dass wenn jemand 100.000 IE Vitamin A ben√∂tigt und dies seine Akne abmildert, dann muss das nicht zwangsl√§ufig an den Effekten des Vitamin A auf die Haut liegen, sondern dass diese hohe Menge den Metabolismus so weit unterdr√ľckt dass andere N√§hrstoffdefizite sich nicht auspr√§gen. Es k√∂nnte sein dass du mittlerweile so gut mit allen N√§hrstoffen versorgt bist, dass du es nicht mehr brauchst deinen Metabolismus mit Vitamin A runter zu dr√ľcken.

Ich esse zur Zeit immer noch 1x die Woche Leber und es tut mir gut. Nur vor Vitamin A Supplementation habe ich jetzt abstand genommen, da mir das nicht sehr gut getan hat.
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