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Wie vorgehen bei Darmproblemen?

Beitrag » 30.08.2013 11:44

Hallo ...

Ich habe seit einigen Wochen Probleme mit dem Darm, die dazu führten, daß ich eine Woche lang Durchfall hatte. Nun klage ich unter Verdauungsbeschwerden.

Ich habe in diesem Zusammenhang etwas über die SCD-Ernährung gelesen, die Magen-Darm-Probleme aller Art behandelt. Nun bin ich mir aber unsicher, ob ich die Kohlenhydrate so stark reduzieren soll.

Denn einerseits möchte ich, daß mein Darm sich regeneriert, andererseits möchte ich jedoch keine Muskulatur verlieren bzw. eine möglichst hohe Stoffwechselrate haben.

Denn kritisch dabei ist, daß ich derzeit Diät mache - es ist die 8. Woche und ich habe 7 Kilo verloren.

Wenn ich jetzt also mit einer extrem kohlenhydratarmen Ernährung beginne, die ja für den Darm wichtig sein soll, verlangsamt sich unter Umständen mein Stoffwechsel. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, daß ich mich bei Low Carb extrem unwohl fühle, vor allem bei einer ketogenen Ernährungsweise.

Ich stelle diese Frage, da ich Ray Peat's Empfehlungen eher im Zusammenhang mit der Schilddrüse kenne (und nicht bei Darmproblemen)

Also wie würdet ihr vorgehen?

Dazu muss noch gesagt werden, daß ich erhöhte Leberwerte habe und einen hohen Cholesterinspiegel (LDL 180) , und Triglyceride sind auch erhöht. Auch meine Schilddrüsenwerte sind nicht so gut. Ich betreibe Kraftsport.
Grüße, David.

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Tcrazyjam
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Beitrag » 30.08.2013 13:08

Wow, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Man müsste dir hier jetzt fast alle Konzepte von Peat erklären, um auf deine Problemstellungen einzugehen. Deswegen möchte ich bevor wir hier möglicherweise tiefer einsteigen erst mal ein paar grundsätzliche Dinge klar stellen.

Es geht bei Peat tatsächlich sehr viel um diese Schilddrüse und ihre Hormone. Aber das heißt nicht, dass man mit der Ernährung nur dieses winzige Organ bearbeiten würde und das keinen Effekt auf den Körper hätte. Die Schilddrüsenhormone stehen in direktem Zusammenhang mit allen lebensnotwendigen Prozessen im Körper. Sie sind essenziell für die Energieerzeugung in den Zellen und damit notwendig für alle Vorgänge in unserem Körper und schließlich unserer Gesundheit in jeglicher Hinsicht.

Wenn man also seine Ernährung so ändert, dass sie gut für die Schilddrüse ist, dann heißt das gleichzeitig auch, dass sie auch optimal für den Darm ist, die Leber, die Haut und jede noch so unbedeutsam wirkende Ecke unseres Organismus. Alles in unserem Körper ist voneinander abhängig und so muss man diesen komplexen Organismus auch behandeln.

Wenn du eine Diät machst, indem du deine Kalorien reduzierst, bringst du deinen Körper in einen Mangelzustand und somit in eine Stresssituation, welche sich auf jede Zelle in deinem Körper negativ auswirkt -- auch auf die Zellen, aus denen deine Darmwände bestehen.

Aktives Abnehmen widerspricht sich grundsätzlich mit einer an Peat orientierten Ernährungsweise und sollte aus gesundheitlicher Sicht niemals praktiziert werden.

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Beitrag » 30.08.2013 13:14

Nun zu deiner eigentlichen Frage:

Wie genau äußern sich deine Darmprobleme? Bauchkrämpfe? Blähbauch, Blähungen? Durchfall?
Hast du das ganze nur selbst festgestellt oder gab es dazu auch bereits eine ärztliche Diagnose?

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Beitrag » 30.08.2013 15:38

Hi,

danke für die Antwort, Mumpitz.

Ich bin jetzt natürlich sehr verunsichert, da ich noch weiter an meinen körperlichen Zielen (Reduktion des Bauchumfangs) arbeiten möchte, auch wenn ich mit meinem Gewicht derzeit zufrieden bin.

Schön, daß du mir den Zusammenhang zwischen Schilddrüse und dem restlichen Körper klar machen konntest. Du hast wahrscheinlich recht. Vor allem sehe ich zwischen der SCD- Ernährung und Peat sehr viele Parallelen - bei beiden Ernährungsweisen werden komplexe Kohlenhydrate eher vermieden (auch wenn Peat sagt Reis + Kartoffeln wären nicht schlimm).

Meine Darmprobleme äußern sich in einem Blähbauch, gelegentlichen Krämpfen, zu langer Verdauungszeit (selbst wenn ich leichte Kost zuführe) und generelles Unwohlsein/Müdigkeit, ab und zu Durchfall bzw. Verstopfung. Auch habe ich festgestellt, daß ich Fleisch und fetthaltiges schlechter verdaue :-(

Eine ärztliche Diagnose habe ich nicht. Ich war nur kurz wegen dem Durchfall da (hatte ich eine Woche lang). Untersuchungen bis auf eine Stuhlprobe wurden nicht gemacht.

Ich möchte jetzt in erster Linie meinen Bauchumfang reduzieren, mein Gewicht halten und mich einfach gesünder ernähren. Vor allem bezogen auf meine Leber-Schilddrüsen-und Fettwerte....

Ich hatte EIGENTLICH vor nur in ein geringes Kaloriendefizit zu gehen, ...aber wenn Du sagst, daß jegliches Defizit nicht gut ist, werde ich es wohl sein lassen. :confused2:

Grüße

PS: Ich hoffe meine Fragen waren nicht zu blöd. Ich muss gestehen, daß ich Peat's Artikel (noch) nicht gelesen habe - hab es mir aber fest vorgenommen, auch wenn Sie schwer zu lesen sind :nice:
Grüße, David.

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Beitrag » 30.08.2013 16:42

Noch was:
Ich hätte da noch EINIGE Fragen, die mir durch den Kopf schwirren.
Ich müsste sie mal im Laufe der Tage alle aufschreiben, bzw. sammeln und hier rein posten. Natürlich nur, wenn Du oder andere bereit sind darauf zu antworten. Ich habe aber ganz schön viele Fragen ^^
Grüße, David.

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Beitrag » 30.08.2013 19:01

Belies dich bitte erstmal, sonst sind alle Fragen nur ein tropfen auf dem heißen Stein.

Es gibt auch viele Interviews von Ray Peat zum einfachen Zuhören. Am besten aber mitschreiben, da sehr viele Informationen vermittelt werden.

http://caramellamorbida.blogspot.de

Und schau mal in die E-Mail Sammlungen da steht auch sehr viel wissenswertes

http://www.raypeatforum.com/forum/viewt ... =68&t=1035
http://peatarian.com/peatexchanges
http://www.dannyroddy.com/main/2011/12/ ... tandi.html
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Blake
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Beitrag » 30.08.2013 19:12

Hallo Blake,

das ist aber extrem viel Material. Wie soll ich das alles durcharbeiten - allein schon im ersten Link sehe ich unzählige weitere. Aber die E-mail Sammlungen kann ich gern einmal durchlesen.Danke :D
Grüße, David.

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Beitrag » 07.09.2013 23:11

Ich würde mich an Ray Peat orientieren, weil die SCD und er raten bei Verdauungsproblemen auf Stärke zu verzichten. Wenn du ein Defizit bei den Kalorien hast, fährst du deinen Stoffwechsel runter und deine Verdauungsenzyme werden sicherlich nicht mehr.

Als ich anfing war der erste große Schritt zu erkennen, dass ich sehr "hypothyroid" war und seitdem Schilddrüsenhormone einnehme. Dazu verzichte ich auf Stärke und greife stattdesen zu Früchten, Saft und Milch.
Dazu der gern vernachlässigte aber sehr effektive "daily carrot salad".
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Beitrag » 19.09.2013 12:44

GAPS und SCD sind nicht notwendigerweise "low carb" – Honig, Ahornsirup, so gut wie alle Obstsorten sowie Kürbisse o.ä. Gemüse sind Bestandteil des Programms... Auch Trockenobst wie Datteln können durchaus inkorporiert werden.

Ich überlege selbst, ob ich wieder etwas mehr in Richtung SCD/GAPS gehen soll.

Milch pur zu trinken wird in beiden eher abgelehnt (stattdessen wird "SCD yogurt", kefir oder Quark empfohlen); aber gute Rohmilch kann in GAPS schon irgendwann integriert werden. Das Schlimme an SCD/GAPS stellt das Risiko dar, dass man dann irgendwann nur noch Backwaren usw. aus Nussmehl/Saatenmehl selbst zubereitet und vernascht. (Been there, done that. PUFA ahoi.) Ich persönlich liebe Rohmilchkäse und der ist in all diesen protocolls Bestandteil. ;)

Aus FODMAP-Perspektive ist dann wieder eine andere Geschichte: Dann werden Kohlenhydrate von Kartoffeln, Reis, Hafer und Mais sehr gut vertragen. Süßkartoffeln sind auch kein Problem. Dafür sind dann manche Gemüsesorten wie Zwiebeln/Knoblauch oder Obst wie Äpfel und Wassermelone problematisch...
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Beitrag » 30.09.2013 16:36

Hatte nach der Umstellung auch leichte Darmprobleme.
Ich verzichte seitdem auf Honig,
verwende oft ein Stück rohen Ingwer zu den Mahlzeiten
und achte darauf täglich den Karotten Salat zu essen.
Bei den Früchten achte ich auf Abwechslung.
Bei mir hat sich das dann recht schnell wieder gegeben mit den Problemen.

Wie sieht es aus mit Direktsäften? Finde das ist bei guter Qualität eine akzeptable KH-Quelle, jedenfalls vertrage ich das gut.
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Beitrag » 02.10.2013 18:07

Hi,
Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Auf dem amerikanischen RP-Forum sagen die meisten ich soll cynomel/cynoplus kaufen und zitieren RP, dass Patienten mit einem höheren TSH als 2 höchst wahrscheinlich krank sind (ich hab einen TSH von 3,22),
aber ich hab ein wenig Angst vor den Nebenwirkungen, die diese Präparate haben können.
Andererseits gehe ich davon aus, dass meine Ärztin zukünftig auch meine Schilddrüsenwerte kontrolliert (plus natürlich Cholesterin), weil ich entgegen der Meinung der amis fasten möchte. Mein Cholesterinspiegel war ja sehr niedrig durch das fasten. Sollte ich das Risiko mit den Schilddrüsenhormonen eingehen, was meint ihr?

PS: Mein Bruder ist im Moment in den Staaten(habe Ihn schon gebeten Pregnenolon zu bringen).
Grüße, David.

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Beitrag » 03.10.2013 12:33

Hab ich dich richtig verstanden?
Du willst: Dein Cholesterinwert senken, indem du fastest und währenddessen Schilddrüsenhormone nehmen, um deine metabolische Rate hoch zu halten?
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tobieagle
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Beitrag » 03.10.2013 13:15

Nicht nur die "Amis", sondern auch wir stehen deinem Plan zu fasten, eher skeptisch gegenüber. Du merkst doch schon, dass deine Ernährungsumstellung etwas bewegt, oder nicht? Wie hier bereits häufig geschrieben wurde: Lass dir etwas mehr Zeit :) Mach erstmal deine Erfahrung mit dieser Ernährung, um den Bauchumfang kannst du dich später kümmern. Ich habe zuerst auch zugenommen! Nachdem sich mein Körper langsam angepasst hatte, habe ich das Gewicht wieder verloren. Ich musste sogar darauf achten, dass ich nicht zu viel abnehme.
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Beitrag » 03.10.2013 13:31

tobieagle,
ja, so habe ich es mir vorgestellt.
Durch das fasten konnte ich meinen Cholesterinspiegel von 380 auf 270 senken. Danach hab ich mit dem fasten aufgehört und versucht RP empfehlungen umzusetzen, und mein Spiegel lag wieder bei 380.
Was die Ernährung betrifft habe ich aber nun die Fette stark gesenkt und nehme mehr Carbs (über Zucker) zu mir.
Ich möchte auch nicht länger als 6 wochen fasten und versuche es durch die Schilddrüsenhormone (T3 only) zu kompensieren...

Punkt,
leider hat sich meine Körpertemperatur nicht wesentlich verändert - aber die Darmprobleme sind definitiv weniger geworden :)
Mir geht es eigentlich auch nicht um das Gewicht, sondern um meine Befindlichkeit:)
Grüße, David.

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Beitrag » 03.10.2013 13:53

Ich würde das mit dem Fasten komplett sein lassen und ein wenig Cynoplus oder ähnliche Mischpräperate versuchen.
Davon alleine sollten sich die Cholesterinwerte normalisieren.

Fasten und gleichzeitig SD-Hormone einnehmen hört sich für mich nach einer gefährlichen Kombination an.
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tobieagle
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