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Diskussionen √ľber einzelne Nahrungsmittel, Rezepte und Di√§ten.

Das ist doch Wahnsinn

Beitrag » 06.03.2014 13:17

Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich mal alles aus meiner Sicht erz√§hlen wollte und eure Meinung dar√ľber h√∂ren.
Seit Jahren k√§mpfe ich mit einer unreinen Haut. Bin mittlerweile in den Mitdrei√üiger und √§rgere mich damit herum seit meiner Pubert√§t. Wie viele andere auch, habe ich alles ausprobiert, was einem der Arzt so verschreibt. Manches mit guten, andere mit weniger guten Erfolgen. Seit ca. 10 Jahren besch√§ftige ich mich mit der Ern√§hrung, weil mir klar war, dass etwas mit meinem K√∂rper nicht gestimmt hat. Nur was? Keine Ahnung. Der Hom√∂opath verschrieb gerne dies und das. Darmsanierung hier, Spr√ľhzeug f√ľr auf die Arme zum einreiben da. Fakt ist, mein komplettes Gesicht, vermehrt T-Zone, Nase extrem, l√§sst aus jeder Pore Talg sprie√üen. R√ľcken und Brust nat√ľrlich auch - versteht sich von selbst.
Dennoch besch√§ftige ich mich mit Ern√§hrung. Nur mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, wo mich das einfach nur nervt. Hat jemand von euch auch versucht, eine funktionierende Di√§t, Di√§t im Sinne von Ern√§hrung, zu befolgen, die wissenswertes √ľber Gelesenes gerecht wird?
Was meine ich damit?
- Fr√ľher hie√ü es, Oliven√∂l sei super, jetzt hei√üt es, Oliven√∂l - geht so, wegen bisschen PUFA. Hauptsache keine Gem√ľse√∂le. Lieber Kokos√∂l
- Fisch ist super, aber vorsicht, nicht alle Fische sind super.
- Säfte sind doch eigentlich nicht so cool, wegen der Kohlenhydrate. Und sowieso, Säfte verlieren bei der Herstellung viele Vitamine. Dann heißt es, hm, besser als keine Säfte
- Kohlenhydrate, pfui, wenn, dann nur Vollkorn. Dann aber, tataa, Vollkorn ist nicht soo cool, weil es eigentlich gären muss, damit es gesund sein kann
- H√ľlsefr√ľchte, super, Vitamine und Mineralien on masse, aber, hey, doch nicht so gut. Keine Ahnung warum
- Tee am besten nur helle, keine roten
- Wasser...aus dem Hahn gibt es das beste Wasser √ľberhaupt. Ne, doch nicht. Lieber Wasser mit wenig Mineralien und ohne Gas, weil das beinhaltet Gase, die den S√§urehaushalt im K√∂rper st√∂ren (und den Bauch aufbl√§hen)
- Zucker ist doch immer schlecht gewesen. Plötzlich lese ich...Zucker ist doch nicht so schlecht (wird hier im Forum zur täglichen Ernährung propagiert)
- Fleisch? Pfui...so viele Giftstoffe und von Antibiotika ganz zu schweigen. Plötzlich: Ne ne, man sollte schon täglich Leber essen
- Soja? Haha, da dachte man das sei gesund? Quatsch. Total gefährlich. Macht Knochen spröde und verändert den Hormonspiegel.
- Fluor? Jod? Alles Gift.

Mal ganz im ernst. Wie soll man sich so ern√§hren, ohne die Nahrungsaufnahme als anstrengenden Akt zu betrachten, der gar keinen Spa√ü mehr macht. Wie soll man sich richtig ern√§hren, wenn man beruflich t√§tig ist und keine Zeit hat, die "richtigen" Lebensmittel zuzubereiten. Und √ľberhaupt: bringt das √ľberhaupt etwas? Meine Haut wird eh nicht besser. Wie meinte ein Arzt mal: "Manche Menschen haben von Natur aus ein schlechtes Hautbild." Das wird es sein.

Wem geht es genau so und wem nicht (und wie schafft ihr das)?

Danke.
rigolet
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Beitrag » 06.03.2014 21:17

Ich versteh deine Frustration ganz gut, auch
wenn ich deinen Beitrag hier ein wenig unpassend finde.

Ernährung ist ein sehr komplexes Thema, in unserer Gesellschaft hat fast jeder eine
Meinung von den Kategorien "gesund - ungesund".
Ern√§hrung ist auch ein gro√ües Thema f√ľr Wirtschaftskonzerne.
Diese wollen gewinnbringend Lebensmittel verkaufen. Demnach herrschen in unserem
Land unterschiedliche Vorstellungen, was gesunde Ern√§hrung betrifft. Gerade PUFA √Ėle sind
erst seit den letzten Jahren so gut verkauft.

Ich bin in meiner Vergangenheit soo vielen Ernährungsideologien verfallen,
das ich zwischenzeitlich auch die Flinte ins Korn werfen wollte.
Wichtig ist die strenge Einhaltung der Diäten, nurso findet man im Probierverfahren
den "wahren Weg".

Zu deinen Fragen: gute Ernährung kann und solllte Spaß machen, mir schmeckt (Außer: Leber)
alles, was ich esse. Wenn einem etwas nicht schmeckt ists meist ungesund.
Während der Arbeit oder auswärts wählt man einfach das mögliche Optimum aus.

Abgesehen des Probierverahrens: kritische Auseinandersetzung mit Studien und Blogeintr√§gen sowie B√ľchern und Selbsttests.

Ich dachte auch, das meine Akne so schnell nicht weggeht, hab mich geirrt.
Viel Gl√ľck, du wirst deinen Weg schon noch finden. ;)

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quer
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Beitrag » 07.03.2014 00:12

Willkommen im Forum rigolet.

Ich poste einfach mal folgendes sehr passendes zitat :)

If you aren’t confused about health and nutrition, then you haven’t studied it long enough or deeply enough.
-Matt Stone
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Blake
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Beitrag » 07.03.2014 09:40

Das System hinter den hiesigen Ern√§hrungsempfehlungen ist eigentlich ganz simpel: Jeder Organismus ist auf von au√üen zugef√ľhrte Energie in Form von Nahrung angewiesen. Der Grad an Energie, die aus einem Nahrungsmittel gezogen werden kann, ist der Nutzen. Der Aufwand, der dazu betrieben werden muss, die Energie da rauszuholen und in eine f√ľr den K√∂rper verwertbare Form umzuwandeln, steht auf der Seite der Kosten. Daher haben Nahrungsmittel ein Kosten-Nutzen-Profil. Dann wird auch klar, warum Pflanzen, die NICHT gegessen werden wollen und sich mit Enzym-Hemmern und Stoffwechsel-Lahmlegern dagegen wehren, hohe Kosten bei wenig Nutzen bedeuten. ;) Die Bilanz √§ndert sich, wenn man die giftigen Stoffe in der K√ľche abbaut. So einfach ist das eigentlich alles.

Aber ganz ehrlich, Ern√§hrung kann auch √ľbersch√§tzt werden. Es gibt weitere Faktoren, die man - ohne eine Obzession daraus zu machen - ber√ľcksichtigen kann und sollte.

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Beitrag » 08.03.2014 13:58

Ian hat geschrieben:Aber ganz ehrlich, Ern√§hrung kann auch √ľbersch√§tzt werden. Es gibt weitere Faktoren, die man - ohne eine Obzession daraus zu machen - ber√ľcksichtigen kann und sollte.


Sehe ich auch so. :) Was zählst du persönlich alles dazu?
F√ľr mich w√§ren das haupts√§chlich noch: Schlaf, Licht, stimulierende intellektuelle und k√∂rperliche Bet√§tigung.
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Beitrag » 08.03.2014 14:50

Neben dem von dir aufgez√§hltem: Stress durch ein falsches Mindset (Eustress vs. Distress). Screen-Dermatitis ist f√ľr viele, die am Bildschirm arbeiten, vielleicht ein Thema. Und speziell bei M√§nnern ein ung√ľnstiges Sex-Verhalten. ;) Wenn sich viele Lebensinhalte in die Pixel-Welt verlagern, f√ľhren Dopamin-Highs wahrscheinlich zum Auslatschen dieser Neurotransmitter-Achsen und die damit verbundenen Opioide, die pro-Prolaktin wirken, tun ihr √ľbriges.

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Beitrag » 09.05.2014 11:26

Ian hat geschrieben:Neben dem von dir aufgez√§hltem: Stress durch ein falsches Mindset (Eustress vs. Distress). Screen-Dermatitis ist f√ľr viele, die am Bildschirm arbeiten, vielleicht ein Thema. Und speziell bei M√§nnern ein ung√ľnstiges Sex-Verhalten. ;) Wenn sich viele Lebensinhalte in die Pixel-Welt verlagern, f√ľhren Dopamin-Highs wahrscheinlich zum Auslatschen dieser Neurotransmitter-Achsen und die damit verbundenen Opioide, die pro-Prolaktin wirken, tun ihr √ľbriges.


Ian kannst du auf diese Dinge vllt etwas genauer eingehen?
Ich habe letztens z.B. die Helligkeit meines Monitors auf das Minimum runtergeschraubt und bin mir ziemlich sicher, dass dadurch meine Kopfhaut besser geworden ist. Kann das sein?
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Beitrag » 09.05.2014 17:52

Zu Screen-Dermatitis ein kurzes Zitat aus einer Studie:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9412815
In "screen dermatitis" patients a much higher number of mast cells have been observed. It is known that UVB irradiation induces mast cell degranulation and release of TNF-alpha. The high number of mast cells present in the "screen dermatitis" patients and the possible release of specific substances, such as histamine, may explain their clinical symptoms of itch, pain, edema and erythema. The most remarkable change among cutaneous cells, after exposure with the above-mentioned irradiation sources, is the disappearance of the Langerhans' cells.


Bei Kopfhaut-Dermatitis spielt ein anderer Faktor bei den meisten Leuten aber wahrscheinlich eine gr√∂√üere Rolle. Viele berichten von Verschlechterungen beim Konsum von Milch, v.a. Trinkmilch. Aus meiner Sicht ist eine Abbaust√∂rung von Kasein hierbei urs√§chlich, dessen exorphine Fragmente im Gehirn opiod wirken und Dopamin-Rezeptoren "resistenter" machen. Dies f√ľhrt zu einem Ungleichgewicht zwischen Dopamin und Prolaktin.

Man darf niemals vergessen, dass Milch extra dazu gemacht ist, um prolaktinerg zu wirken, weil dieses Hormon das Immunsystem beim Jungtier aufbauen, beruhigend wirken und das Mutter-Kind-Verh√§ltnis optimieren soll. Prolaktin steuert wie √Ėstrogen die Vermehrung von B-Zellen, aber auch von T-Zellen. √úberschie√üende Reaktionen des Immunsystems sind daher oft die Folge. Schwermetallbelastungen bzw. ein "leaky gut" sind die wohl wichtigen Gr√ľnde einer entsprechendn Abbaust√∂rung. In High-Prolaktin-Organismen wirkt alles, was pro Histamin wirkt, symptomverschlimmernd.
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Ian
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Beitrag » 09.05.2014 21:43

Milch verschlechtert sowohl Akne als auch Kopfhaut-Dermatitis bei mir.
Aber wenn es an Kasein liegt, m√ľssten die Leute doch auch auf K√§se reagieren?
Was w√§re dein Ratschlag f√ľr einen "High-Prolaktin-Organismus"?
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tobieagle
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Beitrag » 09.05.2014 22:55

tobieagle hat geschrieben:Milch verschlechtert sowohl Akne als auch Kopfhaut-Dermatitis bei mir.
Aber wenn es an Kasein liegt, m√ľssten die Leute doch auch auf K√§se reagieren?
Was w√§re dein Ratschlag f√ľr einen "High-Prolaktin-Organismus"?


Ian hatte mal in einem anderen Thread folgendes erwähnt:

Durch die Erhitzung, Säurezugabe oder verstärkt durch Zugabe des Enzyms Pepsin findet ein Teilabbau des Caseins statt, was Käse und Quark leichter verdaulich macht als Rohmilch


Vll. liegts ja daran?
Shanks
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Beitrag » 10.05.2014 09:21

Aber wenn es an Kasein liegt, m√ľssten die Leute doch auch auf K√§se reagieren?

Tats√§chlich sehe ich das so wie Shanks gesagt hat. Wenn man sich mal diverse Studien auf Pubmed zu dieser Thematik durchliest, stellt sich schnell heraus, dass es eine Reihe verschiedener Beta-Casomorphine (BCM) gibt, die in der Biochemie entsprechend durchnummeriert werden. Einige dieser Beta-Casomorphine haben demnach eine geringe opiode Wirkung, w√§hrend andere die des Morphins sogar √ľbersteigen.
Ich gehe davon aus, dass ein "leaky gut" bei Jungtieren zun√§chst mehr oder weniger physiologisch ist, beim Erwachsenen aber dazu f√ľhren kann, dass Stoffe aus der Milch in das Gehirn gelangen, die dort normalerweise nicht mehr hinkommen w√ľrden. Einige BCM wirken hierbei als direkte Histamin-Liberatoren.
Leaky gut w√ľrde ich hierbei nicht unbedingt in einem mechanischen Sinne verstehen, sondern vielmehr in einem enzymatischen Sinne - √§hnlich wie die Bluthirn-Schranke auch in einem chemischen Sinne "l√∂chrig", also zu durchl√§ssig, werden kann.

In K√§se werden die "kritischen" BCM entsprechend an- und teilverdaut. Auch durch Erhitzung setzt ein entsprechender Prozess ein. Peat selbst weist in "Ray Peats Brain" darauf hin, dass einige seiner Fans nur K√§se bzw. nur H-Milch vertragen. Zudem gibt es Studien, die - durchaus kontrovers - eine h√∂here Gefahr f√ľr Morbus Parkinson aus Milchprodukten herauskorrelieren. Interssant: Auch hier ist es ausschlie√ülich Trinkmilch, deren Konsum das Risiko steigern soll, nicht aber Milchlprodukte. Parkinson ist aus meiner Sicht die "Dopamin-Mangel"-Erkrankung schlechthin, auch wenn dort sogar Struktursch√§den an den Dopamin-produzierenden Gebieten bestehen. Kurze Anektode: F√ľr Parkinson ist eine extrem fettende Haut typisch.


Was w√§re dein Ratschlag f√ľr einen "High-Prolaktin-Organismus"?

Erstmal w√ľrde ich Trinkmilch weglassen oder durch Milch ersetzen, die von vorneherein nicht so stark opiod wirkt, wie eben Ziegenmilch. Empfehlenswerter ist aber wahrscheinlich, erstmal auf weiterverarbeitete Milchprodukte zu setzen. Da es sich vorrangig um eine Abbaust√∂rung handelt, liegt sie unter dem Radar entsprechender Screenings auf Milchallergie bzw. Intoleranz. Die Frage ist aber auch, ob sich eben Schwermetalle im Gewebe finden. Peat selbst hatte mal darauf hingewiesen, dass Milch und O-Saft sich g√ľnstig auf Schwermetalle auswirken und diese chelatiert bzw. die Gewebe protegiert werden. Das k√∂nnte aber auch die Erkl√§rung sein, warum diese Kombination in der "Ausleistungsphase" besonders problematisch ist, weil gerade die Schwermetalle den Abbau von Casein erschweren. Werden diese dann also aus dem Gewebe gel√∂st, knallt es doppelt. ;)

Mit den √ľblichen Pfeilen im K√∂cher wie Vitamin B6 bzw. Vitamin A kommt man glaube ich nicht gegen diese Problematik an. Vitamin B6 hilft wahrscheinlich nur ein bisschen und Vitamin A wird es vermutlich noch schlimmer machen, weil man gleich doppelt Stoffe nutzt, die in dieser Konstellation den Metabolismus unterdr√ľcken.
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Ian
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