Home » Allgemeines » Ern√§hrung » Peat-Diet in Deutschland: Sparsam und bek√∂mmlich - wie?


Diskussionen √ľber einzelne Nahrungsmittel, Rezepte und Di√§ten.
Liebe Alle

von einem Forumuser kam die Idee auf ein wenig Brainstorming zu betreiben, wie man sich in Deutschland (oder weiter gefasst Kontinentaleuropa) nach Ray Peat Prinzipien gut und bekömmlich ernähren kann ohne seinen Geldbeutel völlig zu sprengen.

Ich finde dies ist ein zentraler Knackpunkt in den Ray Peat-Ern√§hrungsempfehlungen. Entweder man muss Unsummen an Geld ausgeben f√ľr hochqualitatitve, gut gereifte, toxinarme Nahrungsmittel oder man ist gezwungen wie der Rest der Bev√∂lkerung auf billige St√§rkeprodukte und schlecht darm-bek√∂mmliche, ungereifte Fr√ľchte zur√ľckzugreifen.

Vielleicht können wir ein wenig voneinander lernen wie man sich sparsam und bekömmlich ernähren kann. Vor allem letzeres ist ein wichtiger Punkt warum "strenge" Peatdiäten in Europa meines Erachtens nicht funktionieren.

LG
Blake
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Blake
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Beitrag » 12.09.2016 23:01

Beispiele f√ľr das Problem:

  1. Die meisten kommerziellen Orangens√§fte -> Zu sauer, nicht bek√∂mmlich vielleicht aufgrund des Fertigungsprozesses oder der Verwendung von ungereiften Fr√ľchten -> Zwang teure gut gereifte Orangen zu beziehen, diese meist nur f√ľr kurze Zeit w√§hrend der Saison einmal im Jahr verf√ľgbar. Dauerhafte Eigenproduktion sehr m√ľhsam und nicht praktikabel, insbesondere wenn man Vollzeit arbeitet.
  2. Die meisten Fr√ľchte -> Halb unreif und wenig bek√∂mmlich -> Zwang teure tropische Fr√ľchte zu beziehen, die auch in gr√∂sseren Mengen ohne St√§rkekonsum meist nicht ausreichend satt machen
  3. Gut bek√∂mmliche Milchprodukte wie z.B. Ziegenk√§se -> Meist sehr teuer und in Superm√§rkten nur kleine Mengen verf√ľbgar
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Blake
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Beitrag » 13.09.2016 22:16

Danke Blake. Ich antworte mal stichwortartig

1. Vorzugsmilch? ( ca. 20 min von mir entfernt, 1.40 / Liter)
2. Saisonales Obst (Trauben zZ. 1.50/ Kg), TK Beeren "relativ" g√ľnstig, Konservenobst....
3. Säfte weglassen?

Hier mal kurz ne Aufzählung der Kosten (Obst 1-1.5 Kg/Tag):

5 ‚ā¨ pro tag:

obst + honig 2‚ā¨
milch 0.5 ‚ā¨
leber + Fleisch 1 ‚ā¨
eier 0.5 ‚ā¨
fisch 0,5 ‚ā¨
oth√ľna kokosfett 0,05 ‚ā¨ ^^.
rest: Gelatine + m√∂hre 0,5 ‚ā¨

Ziel:

1. toxin-pufa arm
2. leicht verdaulich (!)
3. nährstoffreich
4. stärkeverzicht ( wg. punkt 2, darm )
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ginandjuice
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Beitrag » 15.09.2016 06:15

Klingt interessant. Bei mir w√ľrd das √ľbergewicht an milch meine haut zu schlecht machen und die Gelatine hat in der Vergangenheit schon ziemlich √ľble Darmreizungen bei mir verursacht. Der Tryptophanload mit Milch, Leber, Eier, Fisch ist auch nicht unerheblich.

Nach meiner Erfahrung muss das Ziel leicht verdaulich nicht zwangsweise einen St√§rkeverzicht bedeuten. Ich w√ľrd mich interessieren wie viele Leute diesen wirklich mal l√§nger durchgezogen haben. Ich w√ľrde es nicht schaffen, da ich t√§glich so hohe mengen fr√ľchte essen m√ľsste dass es mit meinem tagesablauf gar nicht kompatibel ist.

LG
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Beitrag » 15.09.2016 08:25

Huhu :)

Man k√∂nnte sicher auf K√§se oder Joghurt zur√ľckgreifen. Hast Du schonmal SCD-Joghurt probiert - wie stehst Du denn zu Lab und Probiotika? Was die St√§rke betrifft, bin ich mir nicht sicher, wegen der Darmflora. Mir geht es jetzt vordergr√ľndig darum meinen Darm wiederherzustellen, weil ich Probleme habe. Ich √ľberlege, ob es f√ľr die Entgiftung Sinn macht Aktivkohle zu nehmen und dann eben auf M√∂hren/wenig St√§rke zu setzen, um die Darmflora g√ľnstig zu beeinflussen. Was die Fr√ľchte betrifft, hast Du sicher recht, man kann da aber doch ganz einfach auf Trockenfr√ľchte zur√ľckgreifen, wenn die Zubereitung zu aufw√§ndig ist.
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ginandjuice
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Beitrag » 16.09.2016 15:31

Laktosefrei hab ich bisher nicht konsistent ausprobiert, glaube aber bei mir dass der Aknef√∂rdernde Effekt nicht durch Laktose vermittelt wird sondern eher durch Entz√ľndungsreaktionen gegen nicht ausreichend verdautes Milchprotein welches in die Darmwand gelangt und dort eine Entz√ľndung ausl√∂st. Z.B. ist Kuhmilchk√§se bei mir auch eher problematisch, dieser enth√§lt nur sehr wenig Laktose.

Dass M√∂hren + Fr√ľchte und wenig St√§rke zu einem gesunden Darm f√ľhrt ist eine unbewiesene Behauptung meiner Meinung nach. Siehe auch hier: The daily raw carrot is not antiseptic, it increases bacterial growth in the gut

Stärke kann je nach Person m.E. die Darmgesundheit fördern dadurch dass ein stabiles Mikrobiom entsteht welches in Symbiose mit dem Darm lebt, so die Darmbarriere hoch ist und kein Endotoxin ins System gelagt, trotz des höheren Gehalts an Bakterien.

LG
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Beitrag » 16.09.2016 16:51

Ich denke dass bei uns Mitteleuropäern der Fokus auf Kartoffeln liegen sollte und Reis, gepaarrt mit Milch etc je nach Vorlieben. Dieses ganze unreife Fruchtsortiment scheint dem Körper mehr Vitalstoffe zu entziehen als zu liefern. Regionales ist defintiv ok, aber wer hat schon Zugriff zu bezahlbarem Ungespritzten.
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Beitrag » 17.09.2016 14:11

Wie kann man denn am besten die Endotoxine aus dem K√∂rper bef√∂rdern und sagt die Form des Stuhlgangs direkt etwas √ľber die Darmgesundheit aus (hei√üt kann man der einfachheitshalber nur daraus schl√ľsse ziehen). Interessante Einsichten - chris edubily h√§lt √ľbrigens viel von resistenter St√§rke (Kartoffelmehl), aber ich finde es schwierig da durchzublicken, was Darmflora angeht bzw. diese mit 1-2 Interventionen positiv zu beeinflussen. Fr√ľher hie√ü es Joghurt etc. und jetzt ist es garnicht mehr so einfach zu pauschalisieren und echt komplex das ganze ;-(
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Beitrag » 17.09.2016 14:31

Back 2 topic:

Ich bin gerade auf kulinarischer Entdeckungsreise: Spontan Paniermehl/Cornflakes geholt, weil ich Kalbsleber nirgendwo finde (jetzt mache ich Rinderleber schmackhaft, zumindest probiere ich es, ist ja extrem g√ľnstig gemessen am gesundheitlichen wert). zum ersten mal in meinem leben variiere ich im bereich meeresfr√ľchte. war bei kaufland. war alles mega teuer und ich wusste erstmal nicht, welches meeresfood peat empfiehlt. hab mir da einfach miesmuscheln gekauft, obwohl ich echt keine ahnung hab, wie sie zubereiten sind und ob sie gesund sind. sauerkirschen tk sind auch mega g√ľnstig (2‚ā¨/kg) .... vorzugsmilch m√ľsste auch bald kommen.... gestern spontan frozen eis gemacht, fetter griechischer joghurt, etwas magerquark, haushaltszucker, rohe eier, tk erdbeeren. hab ich aber leider nicht so gut vertragen, obwohl es sehr lecker war :-(..... muss meine ern√§hrung so ausrichten, dass sie gut vertr√§glich ist ( das ist das a und o ), dann die n√§hrstoffe , zuletzt der preis - wobei beispielsweise schrimps viel zu teuer sind, oder ( 4 oder 5 eur f√ľr 200 g oder sowas , eig total frech :-( ... und austern unbezahlbar :-(
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Beitrag » 20.09.2016 23:16

Edit:


M√∂chte demn√§chst Lebensmittel fermentieren - soll ja ganz gut f√ľr den Darm sein - jemand Erfahrungen damit gemacht oder Background?
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Beitrag » 21.09.2016 14:48

Ich schreibe einfach mal, was gerade so in meiner Ernährung enthalten ist.

Kohlenhydrate: Kartoffeln; Reis; bek√∂mmliches Brot; Honig; reife bek√∂mmliche Fr√ľchte; Milch; Schockolade; Softdrinks (Cola, Energydrink)

Eiweiß: Kartoffeln; Eier; Quark; Käse; Milch; Fleisch; Leber; Schalentiere

Fett: Kokosfett; Butter; Sahne; Olivenöl

Ich brauche knapp 200 EUR im Monat und ich finde man muss kein Million√§r sein um sich eine vern√ľnftige Ern√§hrung zusammen zu stellen.
Man braucht halt einiges mehr an Zeit f√ľr die Zubereitung, wenn man alles selbst kocht. Aber da muss jeder selbst wissen, ob es das wert ist.
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Beitrag » 21.09.2016 15:05

ginandjuice hat geschrieben:Wie kann man denn am besten die Endotoxine aus dem K√∂rper bef√∂rdern und sagt die Form des Stuhlgangs direkt etwas √ľber die Darmgesundheit aus (hei√üt kann man der einfachheitshalber nur daraus schl√ľsse ziehen). Interessante Einsichten - chris edubily h√§lt √ľbrigens viel von resistenter St√§rke (Kartoffelmehl), aber ich finde es schwierig da durchzublicken, was Darmflora angeht bzw. diese mit 1-2 Interventionen positiv zu beeinflussen. Fr√ľher hie√ü es Joghurt etc. und jetzt ist es garnicht mehr so einfach zu pauschalisieren und echt komplex das ganze ;-(


Du solltest jeden Tag mindestens einen Stuhlgang haben. Nicht zu fest und nicht zu fl√ľssig.
Wenn du etwas "Markantes" gegessen hast, kannst du auch ungef√§hr die "bowel transit time" absch√§tzen, wenn es wieder raus kommt ;) Je k√ľrzer, desto besser im Allgemeinen.
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Beitrag » 21.09.2016 16:08

Was ich schade finde ist, dass der Beckers "beste" Orangensaft plötzlich kein 100% Direktsaft mehr ist. Das war mit Abstand der beste O-Saft den es zu kaufen gab meiner Meinung nach und Ich bin mir sehr unsicher ob die neue Version oder auch der REWE BIO Direktsaft - ansonsten gibt es keinen O-Direktsaft in unserem REWE-Laden - da mithalten kann, rein geschmacklich zumindest nicht. Hat jemand Erfahrung mit dem neuen Beckers besten oder dem REWE (BIO) Saft gesammelt? Kann jemand ansonsten einen hochwertigen und am besten bezahlbaren O-Saft (gerne auch andere Fruchtsäfte) empfehlen?

Sehr g√ľnstige, wertvolle und (f√ľr viele Menschen) bek√∂mmliche Lebensmittel sind Milch, Kartoffeln, Rindertalg und Kokosfett. Wer bereit ist mit einem hohen Fett-Anteil in der Ern√§hrung zu leben, kann auch mit K√§se gut √ľber die Runde kommen. Eier sind ebenfalls recht g√ľnstig, solang es keine Demeter Eier sein m√ľssen. Das g√ľnstigste Lebensmittel im Anbetracht der damit einhergehenden N√§hrstoffe ist Leber. Hackfleisch oder Fleisch mit hohem Bindegewebeanteil ist ebenfalls recht g√ľnstig zu bekommen, aber prinzipiell sind Milchprodukte g√ľnstiger als Fleischprodukte, was einer von vielen Gr√ľnden ist wieso Peat der Masse von Menschen auch eher zu Milchprodukten r√§t.

Ich bin ebenfalls wie Tobi einige Jahre mit ca. 200‚ā¨ im Monat ausgekommen (mit ann√§hernd 100% N√§hrstoffabdeckung), allerdings unter Einbezug der Kalorien/‚ā¨ Verh√§ltnisse der mir damals zug√§nglichen Lebensmittel und einigen qualitativen und kulinarischen Kompromissen. Z.B. kann man mit Schokolade, reinem Zucker/Honig oder reinem Fett problemlos und ohne gro√üen Kostenaufwand die Kalorienanzahl je nach Belieben, aber mit nur geringer N√§hrstoffaufnahme, steigern. Die Ern√§hrung war eher k√ľnstlich und diente in erster Linie meiner Genesung und Erfahrung, heute esse ich deutlich vielf√§ltiger und instinktiver, aber daf√ľr auch weniger perfektionistisch. Eine absolut perfekte Ern√§hrung in s√§mtlichen Hinsichten wird mit 200‚ā¨ im Monat allerdings nicht zu bewerkstelligen sein, Qualit√§t hat nunmal ihren Preis.
"When people start thinking about the things in their life that can be changed, they are exercising aspects of their organism that had been atrophied by being in an authoritarian culture. Authoritarians talk about protocols, but the only valid protocol would be something like perceive, think, act." - Ray Peat
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Beitrag » 21.09.2016 16:55

Richtig gute Leber ist spottbillig zu bekommen, wenn man nen Draht zu nem Jäger /Förster hat. Ich schätze mal das Reh/Hirschleber der Rinderleber nährstofftechnisch nicht unterlegen sein sollte.

Was O-saft betrifft, muss jeder f√ľr sich selbst rausfinden ob er einem bekommt oder nicht. Mir liegen sie meist schlecht im Magen, was bei selbstgepresstem nie der Fall ist. Ich denke das liegt mitunter daran,dass maschinelle Pressung denke ich keinen Halt vor wei√üem Gewebe und Kernen macht. Generell gefielen mir Konzentrate besser. Alnatura hat eine recht bek√∂mmliche Variante im Angebot.
Traubensaft funzt bei mir jedoch deutlich besser.

Esst ihr eigentlich noch vollkornvarianten? Hab jetzt wieder aus Geld und Zeitgr√ľnden angefangen dinkelflocken zu integrieren. Sie liegen sehr gut im Magen, allerdings hab ich so das Gef√ľhl der hohe Phosphor Gehalt tut mir metabolisch nicht gut.

Garnelenschw√§nze 250g aus der Tiefsee f√ľr 4,39 im Aldi waren so das g√ľnstigste neben Fisch, was ich so an seafood finden konnte. Sie werden sehr wegen ihres guten Aminos√§urespuegels empfohlen, viel Taurine etc.
Sind mir aber zu teuer und schmecken net :D
Leider haben nur Austern den enormen Zinkgehalt, andere Muschelarten nicht so sehr.
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Beitrag » 21.09.2016 17:52

Sprichj 1-2x w√∂. Garnelenverzehr ist kein Muss. Kann man nicht statt o-saft multivitaminsaft kaufen? hat diversen fruchtmark und is g√ľnstig. und zwecks rindfleisch mit bindegewebe: hat ja viel fett oder?
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