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Diskussionen über Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente.

Jod

Beitrag » 28.04.2015 19:08

Hallo :D

mich wĂĽrde mal interessieren, ob hier noch jemand mit Jod experimentiert. Ich weiss, Peat ist gegen Jod aber meine eigenen Erfahrungen sprechen eine ganz andere Sprache. Es ist bisher das einzige Supplement, welches bei mir so extrem gut (gab aber auch extrem schlechte Phasen) wirkt. Und das seit ca. 5 Jahren, wo ich mit Jod begonnen habe.

Ich finde bei Jod es extrem schwierig die richtige Dosis zu finden. Am Anfang hatte ich 2% Lugolsche Lösung, da war noch alles gut. Ich nahm 3 Tropfen und am nächsten Tag fühlte ich mich so extrem gut, das ist unbeschreiblich. Die Wirkung hielt dann in den ersten Monaten so an, ich pendelte mich bei 3 Tropfen ein und nahm diese 2mal die Woche. Irgendwann bekamm ich ganz starke Rückenschmerzen und konnte für ca. 1-2 Wochen nicht aufrecht gehen (das war die Hölle).

Dann habe ich ein neues Fläschen bestellt, wieder 2%ige Lösung. Ich nahm diese auch wie gewohnt, doch die Wirkung war viel stärker. Bis ich rausfand, dass die Apothekerin wohl eine 5%ige Lösung angemischt hat... Ich kam in Überfunktion, was für mich der totale Horror war. Ich bin ein ruhiger, ausgeglichener Mensch und jetzt weiss ich, wie es sich anfühlt in Überfunktion zu sein: Rastlos, ruhelos, keine klaren Gedanken, rasende Gedanken, Bewegungen wie im Zeitraffer, nie endender Hunger (400g Hackfleisch mit Reis, 3 Stunden später war der Magen wieder leer UND das Fleisch perfekt verdaut). So, da wird aber immer wieder erzählt, dass sie Menschen in ÜF total gut fühlen würden? Das halte ich für ein Märchen... Es kam dann auch ein Zusammenbruch, Energie war aufgebraucht, trotz Jod, die ÜF hat sozusagen den Turbo geschaltet bis alle Reserven aufgebraucht waren.

Ich machte eine Pause. Nach ca. 3 Wochen und viel Schlaf, viel Kartoffeln und Eiern (Selen !!), dazu Magnesiumcitrat ging es wieder. Mittlerweile bin ich vorsichtiger und nehme nur noch alle 2 Wochen 5 Tropfen von der 5%igen Lösung, die Wirkung hält locker 10 Tage an. Die Info, dass Jod nach 24h ausgeschieden ist (glaube von irgendeinem User auf aknewelt.de) ist m.M. falsch. Jod bleibt für ca. 10-14 Tage im Körper, in dem Fall Lugolsche Lösung.

Interessant ist auch folgendes, vor allem für die Peat-Früchte-Zucker-Esser: Kohlenhydrate verbrauchen Jod, die Studie habe ich leider nicht mehr zur Hand. D.h. je mehr KHs konsumiert werden, umso mehr Jod wird benötigt um diese zu verstoffwechseln. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum sich viele unter LC besser fühlen, das wenige Jod, was wir aufnehmen wird nicht sofort wieder "verpulvert" durch KHs und wird somit effektiver? genutzt. Ich selbst merke den Unterschied recht stark, Zucker bzw Früchte mit genügend Jod bzw ohne. Man spürt einfach, dass man gerade Zucker gegessen hat, der >Energieschub ist ganz klar zu spüren.

Folgende Wirkungen kann ich Jod zuschreiben:

--> mentale Klarheit verbessert, schnellere Auffassungsgabe
--> bessere Verdauung
--> mehr Magensäure (Vorsicht: kann zu Magenschleimhautentzündung führen, wenn man zuwenig Protein isst)
--> bessere Haut
--> verbesserte Stimmung (antidepressiv)

Zur Magensäure: Ich denke, viele Menschen haben zu wenig Magensäure. Wenn ich mir die Portionen ansehe, die ein durchschnittlicher Mensch so isst, ist klar warum. Ich weiss wie es sich anfühlt wenn man viel Magensäure hat: Man isst z.b. eine ordentliche Protion Protein, Stärke mit Fett und Gemüse. Der Magen macht seine Arbeit, man spürt absolut NICHTS, kein schweres Gefühl, keine Müdigkeit.


Nun zum Abschluss dieses Posts noch eine Warnung: Wer Jod nimmt, MUSS auf nährstoffreiche Lebensmittel zurückgreifen. Junk bzw solche Sachen wie Cola sind m.M. tabu, da sie zwar Energie liefern, aber die Nährstoffe fehlen und man früher oder später "crasht". Ein Körper mit viel Jod bzw der Fähigkeit viel T3 zu produzieren und Cola ist sowas wie einen Motor im roten Bereich zu fahren: Der Verschleiss ist zu hoch und der Motor wird das nicht lange mitmachen.

Interessant wäre, ob es noch andere gibt, die über einen so langen Zeitraum Jod supplementieren.
lafamme
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Beitrag » 07.05.2015 10:38

Die Komplexität dieser Thematik ist m.E. - zumindest für mich - gewaltig und für die Negativauswirkungen gibt es mehrere Erklärungsansätze, nicht nur eine "Hyperthyreose" als solche. Bei einem "entzündlichen" Stoffwechsel können, gießt man durch Entkopplung der oxidativen Phosphorylierung "Öl" ins Feuer, die durch das Entzündungsgeschehen anfallenden Hyperoxide mit NO zu Peroxinitrit reagieren, sodass infolge die Aminosäure Tryosin als Vorläufer für Schilddrüsenhormone nitrosiert. Eine andere Möglichkeit (vielleicht passieren ohnehin mehrere Dinge zugleich) könnte im Fluorid bzw. Bromid etc. zu suchen sein - also dass möglicherweise "toxische" Halogene, die durch Iod "ersetzt" werden, plötzlich andere "Wege" im Organismus gehen und eine Entzündung weiter anheizen.

Aber versteh mich nicht falsch, ich finde diese Thematik superspannend! Die große Preisfrage ist nur, welche "Subgruppe" der Stoffwechsel-Geschädigten von Iod "profitieren" und wer Negativauswirkungen erfährt und wie diese Negativauswirkungen zu intepretieren sind!

Ich finde den Gedanken, seine "Schilddrüse" bzw. die körpereigenen Enzyme zu nutzen, um aus Jod selbst Schilddrüsenhormone herzustellen, anstatt diese extern durch synthetische Medikamente zuzuführen, auch viel "naturbasierender".
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Ian
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Beitrag » 10.05.2015 09:16

Hallo,

ja, die Komplexitizität ist schon enorm beim Thema Jod. Ich selbst bin mir nicht selbst sicher, ob ich noch Brom und Fluorid ausscheide oder nicht. Es scheint mir aber generell, dass mein Körper Giftstoffe eher schlecht als recht ausscheiden kann. Das merke ich an meiner Histamintoleranz, die nicht besonders hoch ist (aber früher noch viel geringer war). Es gibt aber Tage und Wochen, da läuft alles "rund", bis eben das Glas voll ist, wenn ich es mit Aminen, Rauchen etc übertreibe.

Rauchen scheint eine enorme Wirkung unter Jod zu haben. Tabak bzw Nikotin soll ja die T3 Synthese steigern, mit viel Jod im Körper, KHs, Kaffee und Rauchen führte das desöfteren bei mir zu unangenehmen ÜF Symptomen. Dazu kommt ja noch, dass ich aktiver Nofapper bin und dadurch auch einen recht hohen Testospiegel.

Ich finde deinen Ansatz richtig und informativ. Die Schilddrüse ist unser zentrales "Energie" Organ, neben der Leber, wobei auch im Darm bereits T3 produziert wird (richtige Flora vorausgesetzt). Die Frage, die ich mir stelle ist: Schade ich mir mit den hohen Joddosen mehr als das ich mir was gutes tue. Klar ist, nährstoffreiche Lebensmittel sind ein Muss. Ich bin auch in der Dosierung sicherheitshalber wieder runter auf 5 Tropfen alle 2 Wochen, damit komme ich recht gut klar und der Nährstoffbedarf sollte nicht extrem sein, ausserdem kann sich so nicht viel Brom und Fluorid in meinem Körper aufbauen.

Bin mir aber auch sicher, dass ich wieder höher Dosieren werde, nur die Frage ist wann. Wenn man arbeitet, kann man sich solche Auszeiten durch evtl negative Wirkungen kaum leisten.
lafamme
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Beitrag » 10.05.2015 14:01

Ja, das klingt nach einer heftigen Kombination, zumal eine hohe Jodexposition im Zusammenhang mit Katecholaminen (Koffein, Nikotin, Nofap deckt eigentlich alle ab ;)) in der Medizin ganz klassisch zum Thyroid storm fĂĽhren kann.

Ein möglicher Effekt (sehr) hoher Jod-Dosen ist ja der Wolff-Chaikoff-Effekt, der bei einer Euthyreose die Hormonsynthese inhibiert und nach 2-4 Wochen - bei gehaltenem Überschuss - durch das sog. Escape-Phänomen abgelöst wird. Daraus schließe ich, dass der Körper bei euthyreoter Stoffwechsellage seine Schilddrüsenhormonspiegel relativ forciert zu kontrollieren versucht. Daneben beobachtet man bei Erkrankungen wie Hashimoto ebenfalls den Wolff-Chaikoff-Effekt, aber ohne Escape-Phänomen. Die einzige Pathologie, bei der erhöhte Jod-Gaben offiziell einen positiven Effekt ausüben, ist das Jodmangelstruma mit bis zu 14 Tagen Latenz. Nur hier kann es offiziell zu einer jodinduzierten Hyperthyreose kommen.

Aber eine Hyperthyreose muss ja gar keine "Hyperthyreose" sein, sondern kann durch gemeinsame Endstrecken verschiedener Regelmechanismen des Körpers auch eine Art "Emulation" sein. So besteht ein enger Zusammenhang zwischen Thyroid und dem Sympathikus - viele Peater gehen ja von einer "Sensibilisierung" zugunsten von Adrenalin aus, und genau diese Sensibilisierung findet man - sogar zentral - bei diversen Autoimmunkrankheiten, wo sich sonst keine hormonellen Abweichungen im Vergleich zu "Gesunden" finden. Die Frage ist aber, ob einzelne Hormonwerte bei diesen ganzen 95%-Intervallen statistisch überhaupt ins Gewicht fallen "können" - also ob der Körper zu starke Abweichungen überhaupt insoweit zulässt, als dass diese ganzen Mono-Stoff-Perspektiven überhaupt funktionieren können. Vielleicht müssten auch einfach mal mehrere Stoffe gemeinsam verrechnet werden und/oder Populationseffekte ermittelt werden.

Es bleibt bei Östrogen vs. Iod für mich die Frage offen, ob Östrogen und andere goitrogene Substanzen die angeblich positive Versorgungsbilanz mit Jod nicht konterkarieren. Rein rechnerisch werden laut manchen Quellen - deren Objektivität ich nicht einschätzen kann - selbst mithilfe von jodiertem Speisesalz die Obergrenzen der Jod-Versorgung ja nicht mal erreicht. Die Frage ist halt auch, welche Rolle zu geringe Selen-Spiegel spielen, denn der Selen-Metabolismus wird durch Östrogen ja systemisch verändert.

Es könnte also sein, dass der Körper einmal ordentlich mit Iod durchgesättigt werden müsste und dass die Schilddrüse aufgrund eines guten Schutzmachanismus kurz dichtmacht, um den Effekt toxischer Substanzen zu minimieren. Ein Jodexzess ist ja ab 500 µg definiert, aber völlig ohne rechnerischen Kontext zu anderen Stoffen und Stoffwechsellagen...
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Beitrag » 22.05.2015 17:13

Interessanter Erfahrungsbericht, lafamme. Denkst du, die Supplementierung behebt bei dir einen Mangel oder kompensiert das Jod andere Störfaktoren? Auf wie viel mcg kommst du durchschnittlich?

Laut Ray ist z.B. 150 mcg supplementieren kein Problem. Das wäre dann eine physiologische Dosierung.

Wer ausschließlich Bioprodukte o.ä. verwendet und auf Jodsalz verzichtet, kann gerade bei suboptimaler Ernährung relativ leicht einen Jodmangel entwickeln. Nur in der konventionellen Tierhaltung wird flächendeckend Jod verabreicht.

Auf der anderen Seite stehen die extrem hohen Mengen, die z.B. in den USA gemessen werden. Wer dort tgl. 1-2 Liter konventionelle Milch trinkt, kann allein dadurch auf Werte von mehr als 2 mg kommen. Selbst in D muss man da bei hohem Milchkonsum gepaart mit Jodsalz aufpassen.

Kritiker der Jodierung wie der Journalist Udo Pollmer weisen darauf hin, dass die Hersteller für mögliche Schäden bei Konsumenten nach dem Produkthaftungsrecht haften.[17] Sie kritisieren dabei nicht den hohen Jodgehalt von Meeresfisch, sondern die Tierfutterjodierung, die den Jodgehalt von Milchprodukten von Milch und Eiern in einigen Ländern stärker erhöht hat, ohne dass die Verbraucher darüber aufgeklärt wurden. Um gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfohlen, die erlaubte Jodierung des Tierfutters, also letztlich auch die der Menschen, einzuschränken.[18] Daraufhin wurden per EU-Verordnung Nr.1459/2005 die Obergrenzen für die Jodierung des Tierfutters für Hühner und Kühe halbiert. Die EU hat hierbei versucht, die gesamte Jodaufnahme des Menschen, der am Ende der Nahrungskette steht, zu berücksichtigen. Allerdings sind bei voller Ausreizung des aktuellen Grenzwerts (5 mg/kg) und ausschließlicher Kraftfutterfütterung immer noch Dosen von 400–1200 µg/l in Kuhmilch möglich,[19] was bei einer Aufnahme von täglich einem Liter Kuhmilch einem Vielfachen der empfohlenen Tagesdosis entspricht. In Deutschland beträgt der Jodgehalt des Kraftfutters nur 1 mg/kg bei durchschnittlich 50 % Kraftfutter-Anteil (mit resultierendem durchschnittlichem Milch-Jodgehalt von 100 µg/l).[20]

Die Stiftung Warentest bestimmte in einem großen Milchtest[21] auch den Milch-Jodgehalt. Er lag zwischen 30 und 180 µg/l, Bio-Milchsorten lagen dabei im unteren Drittel dieser Spanne. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt bei einem medianen Wert von über 300 μg Jod/l Urin vor negativen gesundheitlichen Konsequenzen. (Wikipedia)
placebo
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Beitrag » 06.09.2015 15:20

--> mehr Magensäure (Vorsicht: kann zu Magenschleimhautentzündung führen, wenn man zuwenig Protein isst)


könnte vlt auch daran liegen?:
Because it contains free iodine, Lugol's solution at 2% or 5% concentration without dilution is irritating and destructive to mucosa, such as the lining of the esophagus and stomach.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lugol's_iodine#Toxicity
Unlock
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Beitrag » 15.01.2018 18:07

Unlock hat geschrieben:könnte vlt auch daran liegen?:
Because it contains free iodine, Lugol's solution at 2% or 5% concentration without dilution is irritating and destructive to mucosa, such as the lining of the esophagus and stomach.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lugol's_iodine#Toxicity


Wer nimmt denn Lugol ein ohne es mit Wasser zu verdünnen?? ("without dilution" heißt einfach unverdünnt. So darf es natürlich nicht auf Schleimhäute gelangen, sondern immer in einem Glas Wasser.)
chris123
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Beitrag » 22.01.2018 10:31

Also bei mir kommt Jod nur vor, wenn ich einfach Lust auf was habe und es bereits drinnen ist oder ein Atomunfall passiert. Gezielt fĂĽhre ich kein Jod mir zu.
Mormurcred
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Beitrag » 24.01.2018 21:31

Gibt es nicht Jod Salz?
Zedarccred
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Beitrag » 03.07.2018 18:08

Mit Jod wĂĽrde ich sehr vorsichtig vorgehen. Und wie gesagt, Peat ist gegen Jod..
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Mima
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