Home » Allgemeines » Supplemente » Hautresorption von sch√ľtzenden Substanzen


Diskussionen √ľber Nahrungserg√§nzungsmittel und Medikamente.
Ich m√∂chte hier einmal eine Diskussion anregen, in welchem Ma√üe es m√∂glich ist, Substanzen √ľber die Haut zu resorbieren. Nach Ansicht der allgemeinen Chemie ist eine Resoption √ľber die Haut nur sehr begrenzt m√∂glich. So sollen nur lipophile (fettl√∂sliche) Molek√ľle mit geringer Gr√∂√üe resorbiert werden k√∂nnen.

Ray Peat erw√§hnt aber auch nicht-lipophile Substanzen, welche √ľber die Haut aufgenommen werden k√∂nnen:
"Either Mg chloride or Mg sulfate with baking soda can be absorbed through the skin" - Ray Peat

Wie ist die Studienlage zu diesem Thema? Welche Stoffe kann der K√∂rper √ľber die Haut aufnehmen?

Ist es m√∂glich bei Hautkrankheiten wie Akne Defizite wie Vitamin A und Zink (und weitere?) direkt √ľber die Haut aufzunehmen, sodass sie direkt in der betroffenen Region wirksam werden k√∂nnen?
Mumpitz
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Beitrag » 27.06.2013 18:05

Ich kann leider wenig sinnvolle Ratschläge geben, aber eines kann ich sagen: Selbst das mit lipophil vs hydrophil ist nicht so klar. Was nämlich ein weiterer Punkt ist, ist wie sehr Stoffe in der Haut metabolisiert werden, bevor sie in den Körperkreislauf aufgenommen werden.

Ein Beispiel ist Finasterid:
Dieses wird auf Basis meiner Experimente sehr gut topisch aufgenommen und wirkt dann systemisch (ist ja auch sehr lipophil).

Ein anderes lipophiles Molek√ľl Spironolacton wird zwar in der Haut aufgenommen aber scheint dort sehr stark metabolisiert zu werden so dass kaum etwas im K√∂rper landet. Gibt einige Studien bei pubmed die recht √ľberzeugend zeigen, dass selbst bei riesigen Spironolatondosen kein Spironolacton im Blut nachweisbar ist.

Bei Akne können solche Unterschiede recht hilfreich sein, wenn man nur ein gewisses Hautareal behandeln will ohne den ganzen Körper mit etwas zu fluten.
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Blake
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Beitrag » 27.06.2013 18:37

Blake hat geschrieben:Bei Akne können solche Unterschiede recht hilfreich sein, wenn man nur ein gewisses Hautareal behandeln will ohne den ganzen Körper mit etwas zu fluten.


Darauf wollte ich letztendlich auch hinaus. Wenn ich ein innerliches Problem habe, dann w√ľrde ich auch die Nahrungsaufnahme bevorzugen. Aber wenn es speziell ein Problem der Haut gibt, dann k√∂nnte doch die √§u√üerliche Anwendung vielversprechender sein. Das setzt lediglich voraus, dass die aufgetragenen Stoffe auch wirklich von der Haut metabolisiert werden.

Die wichtigsten Stoffe, die zur Behandlung von Akne, welche aktuell im Gespr√§ch sind, w√§ren Vitamin A und Zink. Vitamin A kann als √Ėl gekauft und auf die Haut aufgetragen werden. Es ist lipophil und sollte theoretisch von der Haut aufgenommen und metabolisiert werden k√∂nnen.

Wie sieht es jedoch mit Zink aus? F√ľr die √§u√üerliche Anwendung wird meistens Zinkoxid verwendet. Hier handelt es sich jedoch um gr√∂√üere Kristalle, welche in dieser Form von der Haut mit Sicherheit nicht aufgenommen werden k√∂nnen. Man w√ľrde also eine gel√∂ste Form von Zink ben√∂tigen, um √ľberhaupt ein Eindringen in die Haut zu erm√∂glichen. Zinkoxid l√§sst sich durch verd√ľnnte S√§uren wie Essigs√§ure l√∂sen, wodurch sich Zinkacetat bildet. Dieses sollte wasserl√∂slich sein, aber kann es √ľber die Haut resorbiert werden? Gibt es eine andere l√∂sliche Form von Zink?
Zuletzt geändert von Mumpitz am 27.06.2013 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag » 27.06.2013 18:43

Ich benutze seit Jahren Sudocrem punktuell auf einzelne Pickel aufgetragen. Eine Wirkung kann ich schon attestieren, was nat√ľrlich auch ein Placeboeffekt sein kein. Diese Salbe enth√§lt Zinkoxid.

Vielleicht k√∂nntest du ja den Hersteller kontaktieren, der m√ľsste ja sicher Experimente gemacht haben ob das Zink in die Haut aufgenommen wird.

http://www.sudocrem.co.uk (kommt urspr√ľnglich aus England)
http://www.sudocrem.com/germany/home.php

PS: Hier noch eine Studie von BASF (also mit Vorsicht lesen).

The in vitro absorption of microfine zinc oxide and titanium dioxide through porcine skin.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16182508
"The results show that neither zinc or titanium ions nor microfine zinc oxide or titanium dioxide particles were able to penetrate porcine stratum corneum."


Wenn man der Studie glaubt penetriert weder Zinkionen noch Zinkoxid das Stratum corneum von Schweinehaut (die oberste Schicht der Haut).

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Blake
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Beitrag » 27.06.2013 18:58

Ein etwas unabhängigeres Review welches auch Daten zu menschlicher Haut ausgewertet hat kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

Although we found no evidence of significant penetration of titanium dioxide and zinc oxide
nanosized particles beyond the stratum corneum, further studies must be done to simulate real-world
conditions particularly in sunburned skin and under ultraviolet exposure.


Die Frage war jedoch "Nanosized Zinc-Oxide". Denke aber, wenn dieses nicht durch die Haut geht dann sollte normales (noch größeres) Zinkoxid ebenfalls nicht absorbiert werden (ohne Gewähr).

Was die Autorin jedoch schreibt ist dass alle Studien auf intakter Haut durchgef√ľhrt wurden, bei besch√§digtem Stratum corneum k√∂nnte also was durchgehen.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Beitrag » 27.06.2013 19:05

Hier noch was zu Magnesiumsulfat, Ray Peat scheint also recht zu haben:

http://www.epsomsaltcouncil.org/article ... ulfate.pdf

Bathing in Epsom salts [magnesium sulfate] is a safe and easy way to increase sulfate and magnesium levels in the body.
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Beitrag » 27.06.2013 19:11

Ich habe im Studium in Nanotechnik gelernt, dass nanoskalige Titan- und Zinkoxidpartikel problemlos in die Haut eindringen k√∂nnen und sogar willk√ľrlich durch den K√∂rper wandern k√∂nnen. Die Partikel wurden sp√§ter an Stellen gefunden, wo eigentlich gar nichts h√§tte sein d√ľrfen/k√∂nnen. Nanotechnik ist verdammt gef√§hrlich, weil die Menschen diese Stoffe herstellen, aber √ľber die Auswirkungen kaum bescheid wissen.

Ich glaube, dass die Oxide keine Wirksamkeit im Körper aufweisen. Auch Peat hat bei anfangs genanntem Zitat das Magnesiumoxid ausgeschlossen. Zink Citrat (Zitronensäure), Zink Gluconat (Carbonsäure, Fruchtsäure) und Zink Acetat (Essigsäure) werden als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Sie sind wasserlöslich und können vom Körper resorbiert werden (innerlich). Es stellt sich die Frage, ob bei diesen Verbindungen eine Hautresorption möglich ist.

Bittersalz (Epsom) + Natron Bäder werden auch in unserem Sprachraum häufig praktiziert. Auch Meersalz und Mineralbäder sollen ja bekanntlich eine Wirkung haben.

 low-joe gef√§llt Mumpitz's Beitrag.
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Beitrag » 27.06.2013 19:30

Zinkacetat scheint tats√§chlich ein h√§ufiger Bestandteil von Cremes und Salben zu sein. F√ľr die Aknebehandlung wird es antibiotikahaltigen Cremes zugesetzt. In Reinform kann man Zinkacetet Dihydrat kaufen. Fragt sich nur, in welcher Form man sich daraus eine eigene Salbe herstellen k√∂nnte. Dieses Thema bedarf noch etwas Recherche.
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Beitrag » 02.07.2013 11:57

In einem seiner neuen Artikel hat Ray Peat nochmal etwas √ľber die Hautresorption sch√ľtzender Stoffe geschrieben:

Ray Peat hat geschrieben:The sun-damaged areas in rosacea can be directly provided with some of the protective factors by applying them topically. In the same way that topical lactate can cause vasodilation and disturbed energy metabolism (Rendl, et al., 2001), topical niacinamide, progesterone, vitamin K, and coenzyme Q10 can improve the metabolism and function of the local tissues. Riboflavin can probably be useful when applied topically, but because of its extreme sensitivity to light, it should usually be used only internally, unless the treated skin is covered to prevent exposure to light. Topically applied caffeine, even after sun exposure, can reduce local tissue damage (Koo, et al., 2007). Aspirin and saturated fats can also be protective when applied topically.
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Beitrag » 10.07.2013 22:27

Einen guten Abend euch allen!

Ich finde die Ausgangsfrage ziemlich interessant, kann aber (abgesehen von einer neuen Frage) nicht viel zum Thema beitragen. Da ich die innerliche Einnahme von Nutrisorb A √ľberhaupt nicht vertragen habe, obwohl es sich lediglich um eine Dosis von etwa 5000IU handelte, will ich es nun topisch angewendet ausprobieren. Habt ihr damit schon Erfahrungen machen k√∂nnen?
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Beitrag » 10.07.2013 22:38

Ich hab selbst noch keine Erfahrungen damit gemacht, aber viele andere Peatler. Vitamin A kann √ľber die Haut aufgenommen werden. Wichtig ist, dass du es auf Stellen auftr√§gst, die wenig Sonnenlicht abbekommen. Au√üerdem werden soweit ich wei√ü nur ca. 30 % resorbiert. Das bedeutet, du musst ca. die 3-fache Dosis verwenden.
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Beitrag » 10.07.2013 23:05

Mit so einer schnellen Antwort hatte ich gar nicht gerechnet :) Hast du zuf√§llig die Quelle zur 30 prozentigen Resorption zur Hand? F√ľr meine Versorgung mit Vitamin A esse ich ein bis zwei Mal die Woche etwas Rinder oder Kalbsleber. Da hier jedoch noch ein ganzes Fl√§schen herumliegt und meine Haut immer noch etwas unrein ist, will ich Nutrisorb noch eine Chance geben.

http://blog.arkofwellness.com/vitamin-a ... -nutrisorb

Diese Dame scheint es zum Beispiel jeden Morgen auf ihr Handgelenk zu tröpfeln. Interessante Methode.
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Beitrag » 11.07.2013 10:11

Das mit der 30%igen Resorption hatte einmal jemand in einem Ray Peat Forum gepostet. Studien o. √§. habe ich dazu nicht gesehen. Fest steht, dass es durch die Haut resorbiert werden kann. Weiterhin sollte klar sein, dass das √Ėl nicht zu 100 % in die Haut eindringen wird. Vermutlich ist der Prozentsatz auch von Person zu Person unterschiedlich. Es kommt also auf den Versuch an. Ich w√ľrde zun√§chst mit der normalen Dosis anfangen und das im Laufe der Zeit steigern und beobachten, ob sich etwas tut.

Die Frage nach dem Auftrageort hat wohl haupts√§chlich praktische Gr√ľnde. Wichtig ist, dass die Stelle nach dem Auftragen wenig Sonnenlicht ausgesetzt wird, da das Vitamin A unter UV-Einstrahlung zerst√∂rt werden kann. Au√üerdem w√§re es gut, wenn es nicht kurz danach von einem Kleidungsst√ľck √ľberdeckt wird, weil der Stoff sonst m√∂glicherweise gro√üe Teile des √Ėls aufnimmt. Die Handgelenke k√∂nnten gut sein, wenn man damit nach dem Auftragen wenig an die Kleidungsst√ľcke kommt. Ich denke, da muss man einfach etwas experimentieren.
Mumpitz
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Beitrag » 11.07.2013 18:33

Ich glaube nicht, dass der Auftrageort nur praktische Gr√ľnde hat. An der unteren Seite des Hautgelenks wird die Absorbtionsrate wahrscheinlich sehr viel h√∂her sein. als z.B. auf der Ferse.
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tobieagle
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Beitrag » 21.07.2013 18:45

Zur transdermalen Aufnahme hatte ich vor einigen Monaten schon in folgenden Forum mal die Frage gestellt...

Hier sind die Antworten:
http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=205354

Diese waren etwas ern√ľchternd...

Noch einige interessante Bemerkungen auf dieser Seite. Allerdings ohne Quellenangaben, geschweige den Studien...
http://www.wasser-und-salz.org/aufnahme-von-magnesium-oil-uber-die-haut/
Shanks
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